Navigation

Montag, 26. Februar 2007

Rauchverbot

„Freier Rauch für freie Bürger!“, „Hetzjagd auf Raucher“, usw. So oder so ähnlich wird die Diskussion pro oder contra Rauchverbot in öffentlichen Gaststätten von Rauchern gerne geführt; man könne ja daheimbleiben; das solle der Gastwirt entscheiden; Umsätze würden zurückgehen; die Bedienungen hätten sich den Arbeitsplatz doch selbst ausgesucht (Arbeitsrecht ist ein Fremdwort); das würde die Freiheit einschränken; in Wahrheit seien die Nichtraucher intolerant; und so weiter, und so fort. Dass der Staat das nicht zu bestimmen habe; dass das Privatsache sei; teilweise werden Vergleiche mit der Judenverfolgung im Ditten Reich als (reichlich bescheuertes) Totschlagargument missbraucht (natürlich nur von besonders „interessanten“ Individuen). Jeder kennt diese „Argumente“, wenn es mal wieder soweit ist – ob am Stammtisch oder im Wartezimmer.

Nun aber der Knüller: der „böse Staat“ wirkt in allen Lebensbereichen einschränkend.
  • Wenn es einen Radweg gibt, muss man diesen benutzen.
  • An roten Ampeln muss man anhalten.
  • Nach (übermäßigem) Alkoholkonsum darf man nicht autofahren.
  • Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern - der Staat greift überall dort ein, wo ein Mensch von einem anderen Menschen in seiner Freiheit beschränkt oder an Leib und Leben gefährdet wird.

Wieso sollte dies also beim Rauchen anders sein? Wer raucht und andere passiv mitrauchen lässt, gefährdet die Gesundheit anderer - soweit zumindest der aktuelle Forschungsstand. Wieso also sollte der Staat in allen möglichen Bereichen Verbote und Gesetze erlassen, die Bürger in ihrer Freiheit einschränken, um andere Bürger und das Gemeinwesen zu schützen und es beim Rauchen nicht tun?

Der Staat hat die Möglichkeit, einzuschreiten. Dies sollte er auch tun und dies tut er auch. Spät, aber er tut’s.