Direkt zum Hauptbereich

Rauchverbot

„Freier Rauch für freie Bürger!“, „Hetzjagd auf Raucher“, usw. So oder so ähnlich wird die Diskussion pro oder contra Rauchverbot in öffentlichen Gaststätten von Rauchern gerne geführt; man könne ja daheimbleiben; das solle der Gastwirt entscheiden; Umsätze würden zurückgehen; die Bedienungen hätten sich den Arbeitsplatz doch selbst ausgesucht (Arbeitsrecht ist ein Fremdwort); das würde die Freiheit einschränken; in Wahrheit seien die Nichtraucher intolerant; und so weiter, und so fort. Dass der Staat das nicht zu bestimmen habe; dass das Privatsache sei; teilweise werden Vergleiche mit der Judenverfolgung im Ditten Reich als (reichlich bescheuertes) Totschlagargument missbraucht (natürlich nur von besonders „interessanten“ Individuen). Jeder kennt diese „Argumente“, wenn es mal wieder soweit ist – ob am Stammtisch oder im Wartezimmer.

Nun aber der Knüller: der „böse Staat“ wirkt in allen Lebensbereichen einschränkend.
  • Wenn es einen Radweg gibt, muss man diesen benutzen.
  • An roten Ampeln muss man anhalten.
  • Nach (übermäßigem) Alkoholkonsum darf man nicht autofahren.
  • Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern - der Staat greift überall dort ein, wo ein Mensch von einem anderen Menschen in seiner Freiheit beschränkt oder an Leib und Leben gefährdet wird.

Wieso sollte dies also beim Rauchen anders sein? Wer raucht und andere passiv mitrauchen lässt, gefährdet die Gesundheit anderer - soweit zumindest der aktuelle Forschungsstand. Wieso also sollte der Staat in allen möglichen Bereichen Verbote und Gesetze erlassen, die Bürger in ihrer Freiheit einschränken, um andere Bürger und das Gemeinwesen zu schützen und es beim Rauchen nicht tun?

Der Staat hat die Möglichkeit, einzuschreiten. Dies sollte er auch tun und dies tut er auch. Spät, aber er tut’s.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

Der Platzhirsch unter den Freie-Software-Lizenzen ist die GPL, die GNU General Public Licence. Sie wurde hauptsächtlich von Richard Stallman geschrieben, dem Gründer des GNU-Projekts, und kann ohne Übertreibung als „größter Hack in der Geschichte des Urheberrechts“ bezeichnet werden.

Die GPL hat das Ziel, so viel Software wie möglich zu Freier Software zu machen; die Entscheidung, die GPL zu verwenden, ist somit auch immer ein Stück weit ideologisch motiviert. Im Gegensatz zur GPL haben BSD-artige Lizenzen kein Copyleft; dies bedeutet, dass davon abgeleitete Software nicht unter der gleichen Lizenz stehen muss. GPL-geschützte Software hingegen macht jegliches Programm, das auf GPL-Quelltext zurückgreift, ebenfalls zu GPL-Software. Diese Eigenschaft wird von Microsoft gerne als „virusartig“ und Linux als „Krebsgeschwür“ beschrieben. Im Grunde genommen die übliche Mircosoft’sche FUD-Politik, die das Ziel hat, gezielt Fehlinformationen zu verstreuen und potenzielle Nutzer abzuschrecken. E…

Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008).

In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

BADABOOM!