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Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2008 angezeigt.

Der totale Werteverfall einer großen deutschen Tageszeitung

Die Kommentare bei Welt Online waren schon immer eine Klasse für sich, aber im negativen Bereich. Die Kommentare, die jetzt jedoch unter einem Artikel zu lesen sind, der Sarkozys Kritik an den israelischen Angriffen auf den Gaza-Streifen zum Thema hat, sind die Krönung.

Exemplarisch nur einer der vielen Kommentare, die meines Erachtens volksverhetzend sind und strafrechtlich geahndet werden sollten:
Erschreckend an diesem Kommentar ist nicht nur der Kommentar selbst, sondern auch, dass er von der Welt-Online-Redkation freigeschaltet bzw. noch nicht gesperrt wurde. Man kann kein öffentliches Debattenforum zu höchst sensiblen Themen unterhalten und dann keinerlei Moderation durchführen.

Als langjähriger Moderator verschiedener Online-Foren weiß ich, wie schwierig es ist, die Balance zu finden zwischen Meinungsfreiheit und Zensur. Aber Kommentare dieser Art dürfen einfach nicht freigeschaltet werden. Nicht nur aus rechtlicher Perspektive, sondern auch aus moralischer.

Der Axel-Springer-Verla…

„I may be eighty but I’m still burning“

Eartha Kitt ist gestern verstorben. Ich habe ihr Werk leider erst auf Empfehlung eines guten Freundes vor zwei Monaten kennengelernt, mich dann aber sofort und Hals über Kopf verliebt. Was für eine Stimmgewalt, was für eine Lebensfreude! Was für eine Frau. Auf einem Live-Album sagt sie „I may be eighty but I’m still burning“, und nichts könnte wahrer sein. An dieser Lebenslust, an dieser Gier auf Leben, auf Freude, auf Spaß, auf die Sucht, für das Publikum immer und immer wieder großartige und überragende Leistungen hinzulegen, daran kann sich so mancher heutige „Künstler“ ein Beispiel nehmen.

Eartha Kitt brennt nicht mehr. Wir werden sie vermissen.

Bild: Wikipedia

Frohe Weihnachten!

Weihnachten, das Fest der Liebe. Zeit für Besinnlichkeit, Zeit für Familie. Zeit, einmal auszuspannen. Man kommt sich näher, man versöhnt sich wieder - notwendig nach dem üblichen, vorweihnachtlichem, durch Stress verursachten Streit.

Trotz Krieg in der Welt, trotz Hunger und Verzweiflung: die Weihnachtsbotschaft spendet Trost und Zuversicht allen Menschen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!“
Liebe Mitbloggerinnen und Mitblogger, liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde: ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest Euch allen!

Bild: Flickr/Kris de Curtis (CC-BY 2.0)

Artikelhinweis: "Nächstenliebe: Auslaufmodell in der katholischen Kirche?"

Ich freue mich, auf meinen ersten Artikel bei vorwärts.de hinweisen zu können, den ich anlässlich der Äußerungen des Papstes zu Homosexualität verfasst habe:
Pünktlich zu Weihnachten, dem Fest der Nächstenliebe, bringt der römisch-katholische Papst aus Deutschland einen Aufreger, auf den viele Medien und Einzelpersonen, so wie auch ich, wunschgemäß reagieren: Benedikt XVI. bezeichnet gleichgeschlechtliche Beziehungen als widernatürlich, als Zerstörung von Gottes Werk.
Ich kann nicht so recht begreifen, wie sich ein so hochintelligenter Mann, der einst Joseph Ratzinger hieß, zu solchen Aussagen hinreißen lassen kann, die mit dem Geist der Aufklärung nicht im Geringsten vereinbar sind.

Was wurde für eine Hoffnung in den deutschen Papst gesetzt, als er von den Kardinälen gewählt wurde. Ein echter Intellektueller auf dem Papstthron, ein Gelehrter, der Geist und Verstand zu nutzen weiß! Der zwar natürlich die Dogmen der Kirche achtet und schützt, sie aber möglicherweise auch modernisieren wür…

Moderne Kriege ohne Bodentruppen am Aufhänger Irak

Bei den Antibürokraten hat der von mir geschätzte joachim einen Beitrag geschrieben, dem ich leider ganz und gar nicht zustimmen kann. Meine Meinung deckt sich in diesem Fall ziemlich mit der von Björn und Rayson, die beide die Ansicht äußern, dass der Irakkrieg unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen begonnen wurde und somit kein gerechter Krieg, sofern es das bei Angriffskriegen geben kann, war:
Das ist aber das Spiel, dass der Krieg plötzlich ganz neue Zielpfosten erhält. Der Krieg wurde zu einem großen Teil in der jetzigen Form damit begründet, dass man unbedingt schnellstmöglich im Irak einmarschieren müsse um die Saddam-al-Quaida-Connection zu sprengen (und es ging dezidiert um die al-Quaida, nicht um Gelder an die Hezbollah o.ä.) und dass Saddam Biowaffen besessen habe, die innerhalb kürzester Zeit auch Mitteleuropa treffen könnten (Broder hat beispielsweise damals mal einen Text fabriziert, wo die Friedensdemonstranten von seiner Biowaffe auf dem Demoplatz hingerafft wurden)…

Durststrecke

In den letzten Tagen und Wochen war hier weniger los, obwohl es wirklich genug gab, woüber man schreiben und worüber man sich aufregen konnte. Der Grund ist nicht etwa Lustlosigkeit meinerseits, sondern schlicht und ergreifend Zeitmangel. Das wird aber, wie immer, im Neuen Jahr alles besser. Versprochen!

PS: Weil es so schön weihnachtlich ist: ich finde es super, dass sich auch Vertreter der Christlich-Demokratischen Union mal wieder um die Kirche kümmern. Aber bitte: das nächste Mal mit einem etwas weniger lächerlichen Vorschlag.

In diesem Sinne: frohes Fest!

Bild: Flickr/Kris de Curtis (CC-BY 2.0)

Zum 95. Geburtstag von Willy Brandt

Heute wäre Willy Brandt 95 Jahre alt geworden. 1992 ist er verstorben. Er fehlt.
Bild: Bundesarchiv/Wikipedia

Mensch, FAZ!

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, eine Formulierung, wie sie eigentlich eher im linken und grünen Lager zu finden ist, auch einmal in der FAZ zu entdecken: Nils Minkmar schreibt in einem Artikel über Wolfgang Clement, dass Mensch ja auch noch was anderes zu tun habe, als auf eben jenen zu achten:
Rutscht die konservativ-liberale FAZ nun langsam auch ins linke Lager ab? Verlieren wir künftig alle Feindbilder? Gibt es bald nur noch Einheitsbrei?

Gezielt an der Mitte vorbei

Langsam geht der Wahlkampf richtig los: der CDU-Parteitag in Stuttgart wird nicht nur von ARD und ZDF, sondern auch von der SPD begleitet:
Es ist der Ausdruck politischer Arbeitsverweigerung. Einer globalen Wirtschaftskrise setzt Angela Merkels CDU das Leitbild des "ehrbaren Kaufmanns" entgegen. Auch bei drängenden klima-, bildungs- oder arbeitsmarktpolitischen Fragen drückt sich der CDU-Parteitag in Stuttgart um zeitgemäße Antworten.

Sozialismus für Reiche, Kapitalismus für den Rest!

700 Milliarden Dollar für marode Banken und Porschefahrer? Peanuts! Die Karikatur von John Sherffius, die ich bei The Big Picture gefunden habe, passt einfach wie die Faust aufs Auge:
Das alte Mantra der neuen Staatsgläubigen: Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren. Oder eben auch: Sozialismus für Reiche, Kapitalismus für den Rest.