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Es werden Posts vom März, 2008 angezeigt.

Deutsche Manager nicht gefragt im Rest der Welt

Wenn die Höhe der Gehälter deutscher Manager das nächste Mal erneut damit begründet werden, dass sie ansonsten ins Ausland abwandern würden und man internationales Niveau einhalten müsse, sollte man sich daran erinnern, was der Darmstädter Elitenforscher Michael Hartmann herausgefunden hat: „Deutsche Manager haben außerhalb des deutschsprachigen Raums in der Regel keine Chance auf Toppositionen.“ Bei der FTD ist zu lesen, dass ein Headhunter der Meinung ist, dass die Drohung von Dax-Managern, bei Kürzung der Gehälter ins Ausland abzuwandern, „höchstens bei Ackermann und ganz wenigen anderen denkbar“ ist.

Ein wenig mehr Demut stünde deutschen Managern anlässlich dieser doch recht überraschenden Ergebnisse nicht schlecht zu Gesicht.

(Gefunden bei den NachDenkSeiten.)

Automatix ist tot

Was lange währt, wird endlich gut: Automatix ist tot. Obwohl mit den besten Absichten gestartet, führte dieses Programm in den allermeisten Fällen doch nur zu Problemen und Ungemach mit Ubuntu. Spätestens seit Ubuntu 7.04 war Automatix im besten Fall unnötiger Ballast, im schlimmsten Fall eine Sicherheitslücke.
Well the day has finally come, development of Automatix has been discontinued. We are doing this, NOT because we think Automatix is no longer necessary on Ubuntu and Debian, but because all of the Automatix developers have become wrapped up in more pressing commitments.
Und auch wenn die Entwickler indirekt behaupten, man bräuchte Automatix unter Ubuntu und Debian noch: dies ist nicht der Fall. 90% aller nötigen Programme kann man über die Paketverwaltung nachinstallieren, proprietäre Treiber über die Verwaltung eingeschränkter Treiber, für die restlichen 10% Programme gibt es gute Anleitungen in diversen Wikis. Automatix ist tot, es lebe Ubuntu!

Geert Wilders dreht einen Film

Das Warten hat ein Ende, nun ist der Skandalfilm von Geert Wilders doch noch erschienen. Während bei der FAZ irgendwelches Geschwurbel zu lesen ist, dass dieser Film die Islam-Debatte belebte und dass man solche Filme, die schmerzen, ertragen müsse, frage ich mich: was genau ist an diesem Filmchen ein Skandal? Ein paar lieblos zusammengeklickte Bildchen und Zeitungsausschnitte, unterlegt mit dramatischer Musik, dazu einige blutrünstige Koran-Suren - und das war dann schon alles? Da bleibt ja echt zu hoffen, dass es auch Islamkritiker gibt, die mehr zu bieten haben als 15-minütige Minifilmchen, die auch jeder x-beliebige 15-jährige Technikfan hinbekommt.

Metzger und die CDU (Teil 2)

Der Biberacher CDU-Stadtverband trägt die Debatte um Oswald Metzger offensichtlich mit Humor und hat eine Abstimmung auf seiner Webseite gestartet. Dort steht es momenten bei 278 abgegebenen Stimmen genau unentschieden: die Hälfte der Abstimmenden will der CDU Biberach etwas Böses oder sie vor Unheil bewahren, je nach Sichtweise.

CSU und FDP auf Schmusekurs mit der Linkspartei

Erwin Huber, Chef der CSU, fordert, die Pendlerpauschale wieder einzuführen und erhält Beifall von der Linkspartei. Guido Westerwelle, Chef der FDP, fordert, Strom, Gas und Öl genau wie Kleidung und Brot zu behandeln und dass demzufolge der niedrigere Mehrwertsteuersatz zur Anwendung kommen müsse. Beifall von der Linkspartei.

Wo die dann fehlenden Gelder herkommen sollen, verraten weder Huber noch Westerwelle. Von der Linkspartei ist man Forderungen aus Wolkenkuckuckusheim ja schon gewohnt, aber dieser unerträgliche und durchschaubare Populismus von Huber und Westerwelle ist neu: Huber fürchtet die anstehenden Landtagswahlen, Westerwelle will einfach wieder ins Gespräch kommen. Wohl wissend, dass sein Vorschlag schon allein rechtlich nicht durchzusetzen ist, da es hierfür EU-Regelungen gibt. Es bleibt zu hoffen, dass der Wähler in Bayern so klug ist, die CSU und die FDP für diesen Quatsch abzustrafen.

Metzger und die CDU

Oswald Metzger will nun in die CDU. Das ist aus seiner Sicht durchaus folgerichtig: bei den Grünen wollte man ihn nach seinen menschenverachtenden Äußerungen nicht mehr, bei der SPD war er schon mal und wäre er auch nicht willkommen gewesen; die FDP hätte ihn zwar freudig begrüßt, konnte ihm aber kein Bundestagsmandat garantieren. Ergo will Metzger in einen Kreisverband der CDU eintreten, wo die CDU immer das Direktmandat holt, ohne jegliche Probleme. Der derzeitige Abgeordente für den Kreis Biberach wird bei der nächsten Bundestagswahl nicht erneut antreten. Die Entscheidung hat also nichts mit Überzeugung zu tun, sondern mit kalter Berechnung: Metzger will wieder in den Bundestag, nur als Abgeordneter kann er sich wirklich öffentlichkeitswirksam in Szene setzen. Dass ein Metzger nicht daran interessiert ist, inhaltliche Arbeit zu leisten, sondern man ihn künftig in noch mehr Talkshows bewundern darf, versteht sich von selbst. Die Menschen in Biberach haben das Nachsehen.

Die Frage, w…

Kurz notiert: Ogg in MP3 umwandeln

Manchmal kann man aus den verschiedensten Gründen nichts mit Ogg Vorbis anfangen und benötigt vielmehr das altmodische bewährte MP3-Format. Hierfür gibt es ein nettes kleines Skript, das genau diese Aufgabe zuverlässig erledigt: ogg2mp3.

Um es nutzen zu können, braucht man jedoch noch ein paar andere Programme, nämlich ogginfo, ogg123, id3tool und lame. ogginfo und ogg123 werden unter Debian und Ubuntu zusammen mit dem Paket vorbis-tools installiert.

Kurzanleitung:
Skript runterladen und irgendwo speichern.In die Konsole wechseln und mit sudo apt-get install vorbis-tools id3tool lame die nötigen Programme installieren.
In den Skript-Speicherort mittels cd wechseln und es mit chmod +x SKRIPTNAME.pl ausführbar machen.Das Skript auf die gewünschte Datei mit ./ogg2mp3.pl BEISPIEL.ogg anwenden. Fertig.

Frohe Ostern!

Aus der Predigt von Bischof Dr. Wolfgang Huber über den ersten Korintherbrief vom heutigen Ostersonntag:

Welch ein Manifest! Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Auf diese Aussicht läuft alles zu. Darin bündelt sich das machtvolle Zeugnis von Gottes Ordnungen, das uns in den Worten des Apostels Paulus entgegentritt. Gewiss: Ruhig bleiben kann man bei dieser Aussicht nicht. Sie ergreift uns wie ein spürbarer Nachhall des Zitterns und Entsetzens, das die Frauen am Ostermorgen angesichts des leeren Grabes Jesu ergreift. Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? So schallt der Ruf neuen Lebens seit Ostern über den Erdkreis. Dieser Osterruf verändert die Welt. In die Tragik von Tod und Einsamkeit wird eine unwiderstehliche Zuversicht eingelassen. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.

Über diese Aussicht ist Streit angebrochen. Denn manche denken, zur Überwindung des Todes seien wir nicht auf Gott angewi…

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“

Heute vor 75 Jahren stimmten mit Ausnahme der sozialdemokratischen Abgeordneten alle im Reichtstag vertretenen Parteien für das Ermächtigungsgesetz, das Hitler an die Macht brachte und die nationalsozialistische Diktatur etablierte. Damit war der Weg frei für Krieg, Zerstörung, Unterdrückung, Verfolgung und Tod von Millionen von Menschen.

Otto Wels’ mutige Rede, die letzte freie Rede im Reichstag, in der er die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes durch die Sozialdemokratische Partei begründete, dient noch heute als leuchtendes Beispiel für wahren Mut und Liebe zur Demokratie:
Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.

Nach den Verfolgungen, die die Sozialdemokratische Partei in der letzten Zeit erfahren hat, wird billigerweise niemand von ihr verlangen oder erwarten können, daß sie für das hier eingebrachte Ermächtigungsgesetz stimmt. Vergeblich wird der Versuch bleiben, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Wir Sozialdemokraten wissen, daß man machtpolitische Tatsachen durc…

Ministerpräsident gesucht

A More Perfect Union (Teil 2)

Jörg Lau wettet, dass Barack Obama wegen seiner A-More-Perfect-Union-Rede der nächste Präsident Amerikas wird, ich jedoch bin noch immeranderer Meinung:
Diese Rede ist wahrhaftig visionär. Und sie wird wohl zukünftig von Schülerinnen und Schülern auf der ganzen Welt im Englischunterricht analysiert und betrachtet werden, vielleicht an ähnlich prominenter Stelle wie die großartigen Sätze Martin Luther Kings “I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin but by the content of their character.” und John F. Kennedys “And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you - ask what you can do for your country.” - aber reicht das auch, um amerikanischer Präsident zu werden?

Ich für meinen Teil befürchte, dass Obama im Wahlkampf gegen McCain untergehen wird, da er aus den verschiedensten Gründen zu angreifbar ist; Clinton ist zwar verhasst im konservativen Lager, aber diese konservativen Kräfte…

A More Perfect Union

Es ist egal, ob Barack Obama die Vorwahlen gewinnt und dann im November gar zum Präsidenten gewählt wird: Diese Rede wird in die Geschichtsbücher eingehen und in den nächsten Jahren von Schülerinnen und Schülern in der ganzen Welt analysiert und betrachtet werden.

Obama thematisiert die Gründung Amerikas, spricht über seine Kindheit, seine Jugend, seine Ausbildung, seinen Glauben und äußert sich zur Reverend-Wright-Problematik: er distanziert sich von seinen kontroversen Äußerungen, ohne ihn jedoch als Person abzulehnen. Auch seine politischen Ziele umreißt er kurz, besonders wichtig scheint mir sein Wille zu sein, alle Kinder mitnehmen und keines zurücklassen zu wollen.

Wunderbar gefallen hat mir dieser eine, fast schon unscheinbare Satz: This union may never be perfect, but generation after generation has shown that it can always be perfected. Dieses unbedingte Vertrauen in the union, in Amerika, in die Möglichkeit, Amerika zu verbessern, das ist eine Eigenschaft, die man sich zum Vor…

Ausgebeutete Akademiker

Prinzipiell bin ich ja der Meinung, dass jede und jeder das studieren sollte, wonach der Sinn steht, sei es nun BWL, Informatik, Geschichte oder Papyrologie, da es schlichtweg unsinnig ist, die eigenen Interessen zu verleugnen, nur um später festzustellen, dass auch ein ungeliebtes Studium keine Garantie für eine Festanstellung ist. Umso mehr ärgere ich mich, wenn ich lesen muss, dass ein aus Bundesmitteln finanziertes Museum einer examinierten Historikerin keine Festanstellung, sondern ein sechsmonatiges, unbezahltes (!) Praktikum anbietet. Das ist nicht nur unverschämt und dreist, sondern geradezu ein Schlag ins Gesicht. Es kann ja nicht sein, dass Akademiker in höchst prekäre Arbeitsverhältnisse geraten und somit dafür bestraft werden, nicht den einfachen Weg einer Ausbildung gegangen zu sein.

Der Gipfel ist, dass diese Verhältnisse als normal angesehen werden. Unbezahlte Praktika während des Studiums sind ja noch in Ordnung, wenn es darum geht, Erfahrungen zu sammeln, wobei auch hi…

Lesetipp: „Es war nicht einfach Jubel“

Der jüdische Germanist Egon Schwarz spricht in der Neuen Zürcher Zeitung über den „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland:
Ich habe gesehen, wie man johlend den Juden die Bärte anzündete. Einmal kam ein SA-Mann auf mich zu, der mich verhaften wollte. Ich habe mich geweigert, mitzugehen. Es gab einen Kampf, bei dem ich zuletzt der Stärkere war. Man wusste, es würde einem irgendwann an den Kragen gehen.

Rentenerhöhung

Es ist eine Schande, dass von interessierten Kreisen jetzt anlässlich der Rentenerhöhung Stimmung gegen Renterinnen und Renter gemacht und ein Generationenkonflikt herauf beschworen wird. Diese Menschen haben ihr Leben lang hart gearbeitet und Deutschland mit ihrer Arbeitsleistung im internationalen Vergleich nach vorne gebracht. Es wäre schlichtweg unredlich, sie jetzt nicht am Aufschwung teilhaben zu lassen.

Es ist selbstverständlich, dass die Jungen die Last der Alten mittragen, um ihnen im Alter ein gutes und angenehmes Leben zu ermöglichen. Das gebietet nicht nur der Anstand, sondern dies ist auch wirtschaftlich sinnvoll: wenn Renterinnen und Renter mehr Geld zur Verfügung haben, können sie auch mehr Geld ausgeben. Gut für die Menschen, gut für die Wirtschaft.

Ude für ODF

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude fasst in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Glos die Nachteile von OpenXML zusammen und erläutert, warum es unbedingt notwendig ist, nur einen ISO-Standard beachten zu müssen. Er fordert das Deutsche Institut für Normung auf, bei der ISO-Abstimmung über OpenXML gegen den Microsoft’schen Pseudostandard zu stimmen. Ein wichtiger Punkt für Ude ist das Münchner LiMux-Projekt, das bei einer Standardisierung von OpenXML möglicherweise in Gefahr wäre:
Mit einer Standardisierung von OOXML besteht deshalb die Gefahr, dass bei der Stadt München eingesetzte Fachverfahren nicht unter Linux und OpenOffice.org betrieben werden können, sondern zum Teil aufwändige Sonderlösungen bilden. Dadurch und wenn die Landeshauptstadt München seine Software und Werkzeuge ändern müsste, würde das Umstellungsprojekt verzögert, verkompliziert und verteuert.

Agenda 2010

Genau fünf Jahre ist es nun her, dass Gerhard Schröder sein wegweisendes Reformpaket Agenda 2010 im Bundestag angekündigt hat. Wie selbst seine schärfsten Kritiker kleinlaut zugeben, sind diese Reformen heute die Grundlage für wirtschaftlichen Aufschwung und Rückgang der Arbeitslosigkeit, auch Angela Merkel weiß dies: „Der derzeitige Aufschwung ist kein Wunder, sondern der Lohn für die mit der Agenda 2010 eingeleiteten Reformen.“ Trotzdem gibt es Teile innerhalb der SPD, die sich wünschen, die Agenda 2010 hätte niemals stattgefunden. Es gibt viele Gründe, auf die SPD und auf Gerhard Schröder stolz zu sein, die Agenda 2010 ist einer davon. Reformen, die jahrelang liegen geblieben sind, wurden unter Gerhard Schröder endlich angepackt.

Der Leitgedanke der Agenda 2010 war ein ursozialdemokratischer: „Entweder wir modernisieren, und zwar als soziale Marktwirtschaft, oder wir werden modernisiert, und zwar von den ungebremsten Kräften des Marktes, die das Soziale beiseite drängen würden.“

Natü…

Das Eszett

Eigentlich wollte Dieter E. Zimmer 1997 mit seinem Essay Die Abschaffung des Eszett ja belegen, warum man das Eszett nicht mehr braucht, aber irgendwie hat das bei mir nicht geklappt. Nach dem Lesen dieses Abschnitts empfinde ich vielmehr tiefe Sympathie für diesen so missverstandenen Buchstaben und bin froh, dass es ihn künftig auch als Majuskel geben wird:
Das deutsche Eszett ist ein nicht gerade schöner Buchstabe, den es groß leider nicht gibt, obwohl es ihn geben sollte, und der eigentlich zwei Buchstaben ist, von denen aber der zweite nie gesprochen wurde und der erste nicht mehr geschrieben wird und der eigentlich gar kein Buchstabe für irgendeinen besonderen deutschen Laut ist, sondern das Dehnungszeichen für den davor, welcher aber manchmal auch ohne ß dahinter gedehnt wird und manchmal auch mit ihm nicht, und im übrigen wird er jetzt manchmal wegreformiert, manchmal aber auch nicht.

Junge Union Karlsruhe hat Angst vor Homos

Es ist nichts Neues, dass die Junge Union die seltsamsten Gestalten anzieht. Im Gegensatz zur CDU selbst führt die Junge Union gerne erbitterte Klassenkämpfe gegen Linke, die üblichen Karrieristen profilieren sich als Hardliner und unerbittliche Reformer. So wie 2003 Philipp Mißfelder, der Vorsitzender der Jungen Union, der Alten das Recht absprach, ein neues künstliches Hüftgelenk zu erhalten. Weil es zu teuer sei.

Die Junge Union Karlsruhe lässt sich da natürlich nicht lumpen und gibt eine beeindruckend stupide Pressemitteilung raus, in der sie offenbart, dass sie die letzten 20-30 Jahre schlicht und ergreifend verschlafen hat:

„Kinder brauchen zur Identitätsfindung Rollenvorbilder aus beiden Geschlechtern. Wird dieser Erfahrungsraum Kindern verwehrt, kommt es zu seelischen Entwicklungsstörungen bis hin zu starken Unsicherheiten in der späteren Partnerwahl. Davor muss der Staat die Kinder als die schwächsten Glieder der Gesellschaft schützen und bewahren.“ Glaubt Stadträtin Bettina Me…

Manipulierende Konzerne

Wikipedia ist eine tolle Sache und ein großartiges Projekt. Warum es jedoch gefährlich ist, den Informationen aus Wikipedia blindlings zu vertrauen, zeigen die Recherchen von Malte Landwehr, der exemplarisch untersucht hat, in welchem Ausmaß Mitarbeiter von DAX-Unternehmen die Wikipedia-Einträge ihrer Arbeitgeber manipulieren: ob aus falsch verstandener Loyalität zum Brötchengeber oder mit Auftrag, sei dahingestellt.

Petition für Offene Standards

Citizens and stakeholder groups should not have to use the software of a single company in order to communicate with their elected officials or participate in the legislative process. All companies should be given the chance to compete freely for contracts to supply ICT services to the European Parliament. I am a citizen of the EU, and I want the European Parliament to adopt the use of open standards and to promote interoperability in the ICT sector. (Zusammenfassung der Open-Parliament-Petition)

Bürgerinnen, Bürger und Firmen sollten nicht die Software einer einzelnen Firma nutzen müssen, um mit ihren gewählten Vertretern zu kommunizieren oder am gesetzgebenden Prozess teilzunehmen. Alle Unternehmen sollten die Möglichkeit haben, frei um Verträge für Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie zu konkurrieren. Als Bürger der EU verlange ich vom Europäischen Parlament, offene Standards zu nutzen und Interoperabilität im Bereich der Informations- und Komm…

Neocons, Marxisten und Bürokraten

Ich finde den freien Markt und Demokratie gut, bin für Freihandel (und gegen unsinnige Subventionen) und der Ansicht, dass Deutschland von der Globalisierung profitiert. Außerdem bin ich unbedingt für Fortschritt und begrüße die neuen Möglichkeiten für unser Leben, die sich durch Technik und Medizin eröffnen. Man kann mich guten Gewissens als fortschrittsgläubig bezeichnen.

Soweit also nichts Neues. Neu ist für mich, dass ich damit nach Meinung von Alan Posener ähnlich wie die amerikanischen Neocons und die EU-Bürokraten auf den Spuren von Karl Marx wandle. Und damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Ruhe in Frieden, Oberstufenraum

Der Aufenthaltsraum der Oberstufenschüler meiner ehemaligen Schule ist ausgebrannt. Er bietet nun ein trauriges Bild: die schönen roten Wände, die von meiner Stufe als Abschiedsgeschenk an die nachfolgenden 13er gestrichen wurden, sind rußverschmiert, auch der restliche Raum bietet keinen schönen Anblick.

Verletzt wurde glücklicherweise niemand, der Schaden in Höhe von 50000 Euro spricht jedoch Bände für das Ausmaß der Verwüstung.

Gnash ist nun Beta

Die erste Beta von Gnash ist verfügbar: Version 0.8.2 des freien GPL-geschützten Flash-Spielers bringt einige Neuerungen mit. So wird Flash 7 komplett unterstützt, Flash 8 und 9 teilweise. Das Gnash-Plugin funktioniert mit Firefox, Mozilla, and Konqueror, eine eigenständige Version ist jedoch ebenfalls erhältlich.

Die Flash-Kernfunktionen sind vorhanden (YouTube bspw. sollte mit Gnash 0.8.2 problemlos funktionieren), einige Feinheiten fehlen jedoch noch; nichtsdestotrotz ist Gnash schon jetzt ein gutes und wertvolles Projekt. Einerseits, weil Adobe damit unter Druck gebracht wird, die Flash-Entwicklung voranzutreiben, andererseits, weil Anwender damit mehr Wahlmöglichkeiten haben. Hinzu kommt, dass die Adobe-Version nicht für alle Plattformen verfügbar ist (64-Bit-Nutzer können ein Lied davon singen) und möglicherweise niemals sein wird. Gnash hingegen wird auf so viele Plattformen portiert werden, wie es möglich ist.

Hillarys letzter Trick?

Ich bin mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob es Clinton doch noch gegen Obama schaffen wird, trotz der Schützenhilfe von Jack Nicholson; ob es in dieser angespannten Lage jedoch die richtige Entscheidung ist, die eh schon viel zu komplizierten Vorwahlen noch weiter zu verkomplizieren und zu behaupten, dass alle Delegierten in ihrer Entscheidung vollkommen frei wären und nicht etwa nur die Superdelegierten, das wage ich zu bezweifeln. Hillary Clinton dürfte sich keinen Gefallen tun, wenn sie die demokratische Partei mit derlei unorthodoxen Vorstößen weiter spaltet.

Ich persönlich denke, dass es für die Amerikaner besser wäre, wenn Hillary Clinton die nächste Präsidenten würde, da vor allem ihr Plan für die Millionen von Amerikanern ohne Gesundheitsversicherung wegweisend wäre; für uns hier ist es eh relativ egal, ob es Barack Obama, Hillary Clinton oder John McCain wird: im Groben und Ganzen stehen sie sich in der Außenpolitik relativ nahe, wenn man mal von der Irak-Frage absieht. …

Mehr RAM!

Firefox ist wirklich ein ziemliches Biest, wenn es darum geht, soviel Arbeitsspeicher wie möglich zu beanspruchen. Es kann doch einfach nicht normal sein, dass ein Browser (auch wenn man es übertreibt und um die 30 Reiter offen hat) fast 500 MB Arbeitsspeicher verbraucht, ganz zu schweigen von dem Auslagerungsspeicher. Es bleibt zu hoffen, dass Firefox 3 tatsächlich, so wie angekündigt, resourcensparender sein wird, ansonsten muss ich mein kleines ThinkPad doch noch mit neuem RAM ausstatten. Was eigentlich ziemlich unnötig ist.

Politisch korrekt?

Dass die Internetseite pi-news.net ein islamophobes und ausländerfeindliches Klientel bedient, dürfte jedem vernünftig denkenden Menschen klar sein, der ab und zu dort vorbeischaut. Meines Erachtens bewegen sich die Beiträge dort ständig auf der Grenze zwischen widerlicher rechter Hetze bis hin zu echter Volksverhetzung, die Kommentare dort sind in jedem Fall mitunter strafrechtlich relevant. (Ich würde mich nicht wundern, wenn PI bereits heute unter ständiger Beobachtung durch den Verfassungsschutz stünde.)

Insofern ist es lobenswert und zeugt von echter Opfer- und Leidensbereitschaft, dass sich politischkorrekt.info mit den Machenschaften dieser Leute beschäftigt. Ich frage mich zwar, wie man das regelmäßig erträgt, ohne sich zu übergeben, aber offensichtlich geht es.

Etwas schwach finde ich in diesem Zusammenhang, dass auf die Anfrage bei den Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien via abgeordnetenwatch.de, ob PI bekannt sei und was man von dieser Webseite halte, …

Foresight Linux

Ich wollte schon seit einiger Zeit die GNU/Linux-Distribution Foresight Linux testen, die sich zum Ziel gesetzt hat, immer die neueste Gnome-Version mitzuliefern. Die Meldung von Pro-Linux, Foresight Linux sei auf den neuen Rechnern von Shuttle vorinstalliert (und nicht etwa Ubuntu), hat mich darin bestärkt, Foresight Linux doch einmal auszuprobieren.

Also habe ich die aktuelle Version als CD runtergeladen, eine virtuelle Maschine in VirtualBox gestartet und ging frohen Mutes an die Installation. Um kurz darauf bitter enttäuscht zu werden: VirtualBox und Foresight Linux vertragen sich ganz offensichtlich nicht, jedenfalls bleibt die Installation ziemlich am Anfang stehen.



Und hier frage ich mich dann doch, ob die Entscheidung, auf Foresight Linux zu setzen, so sinnvoll war, wenn die Installation in VirtualBox derart Probleme bereitet. Natürlich werden die Rechner vorkonfiguriert sein, vom Selbstverständnis von Foresight Linux her hätte ich die Distribution jedoch eher bei Fortgeschritte…

„Demokratischer Sozialismus“

Meine Güte. Nicht genug, dass sich die SPD in Hessen blamiert und zeigt, dass sie nicht in der Lage ist, stabile Regierungsmehrheiten zu schaffen. Es reicht nicht, dass die Seeheimer gegen den Parteivorsitzenden schießen. Die Kampagne der Medien gegen die SPD ist noch nicht genug. Auch dass Steinbrück öffentlich resigniert und die Bundestagswahl 2009 jetzt schon für verloren erklärt. (Eine unfassbare und untragbare Haltung für einen stellv. Parteivorsitzenden.)

Nein, Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos, ist das noch nicht genug. Also gibt sie dem Tagesspiegel ein Interview, in dem sie irgendwelche Albernheiten von sich gibt, die man bei einer 16-Jährigen bzw. einem 16-Jährigen ja noch entschuldigen kann. Aber bei einer Frau Ende 20, die Vorsitzende einer der größten politischen Nachwuchsorganisation Deutschlands ist, sollte man doch erwarten, dass sie sich nicht derlei Plattheiten hinreißen lässt:
Ob ich ihn wirklich erleben werde, ist nicht die Frage. Für uns Jusos und für d…

Inyoka ist online!

Was lange währt, wird endlich gut: nachdem die Nutzer von ubuntuusers.de eine ganze Woche lang im Unklaren gelassen wurden, was die seltsame Headergrafik zu bedeuten hatte, wurde nun die monatelange ehrenamtliche Arbeit des Webteams belohnt und Inyoka veröffentlicht. Inyoka ist Zulu, bedeutet Schlange und ist der Name der neuen Software von ubuntuusers.de, die die Kombination aus phpBB, MoinMoin und Djano ablösen soll. Geschrieben ist Inyoka ausschließlich in Python und basiert auf diversen FLOSS-Projekten. Ein weiterer Vorteil: Inyoka ist für ubuntuusers.de maßgeschneidert, was dem Team, aber auch den Nutzern, enorme Erleichterungen bringt.

Am Anfang der Betaphase fiel Inyoka direkt kurz aus, aber genau deshalb ist es ja auch eine Betaphase: Fehler sind nicht nur sehr wahrscheinlich, sondern vielmehr zu erwarten. Wichtig für Betatester: jegliche Daten unter staging.ubuntuusers.de werden nach der Betaphase ausnahmslos gelöscht. Das Produktivsystem von ubuntuusers.de wird immer ausschli…

Ronald Schill: Der Mann, dem Ole von Beust die Macht verdankt

Bei dieser verlogenen Diskussion zur Linkspartei wird eines viel zu oft vergessen: von wem sich Ole von Beust 2001 hat mitwählen lassen. Nämlich von der Rechtsaußenpartei des Rechtspopulisten Ronald Schill, dem berühmt-berüchtigten Richter Gnadenlos.

Ole von Beust hatte keinerlei Skrupel, mit einer Person von derart zweifelhaftem Charakter eine Koalition einzugehen und zog erst die Reißleine, als er persönlich angegriffen wurde, nämlich als Schill versuchte, ihn mit seiner Homosexualität zu erpressen.

Nun ist ein neues Video aufgetaucht, das Ronald Barnabas Schill in Rio beim Koksen zeigt und in dem er sich laut BILD mit unverhohlen rechten Parolen äußert:
Im Video verrät Schill, dass er in seinem Beruf als Richter schwarze Angeklagte härter bestraft habe. „Von mir haben die Neger alle etwas mehr bekommen.“ Die „reinrassigen Neger“ aus Afrika könne er nicht leiden. Deshalb lehne er es auch „aus moralischen Gründen ab“, nach Afrika zu reisen. Die „richtigen Schwarzen“, so Schill im Video,…

Wer ist Dagmar Metzger?

Die Frage, die mich gerade mehr als alles andere umtreibt, lautet: wer ist Dagmar Metzger? Wer ist diese Frau, die mit ihrer Verweigerungshaltung Andrea Ypsilanti, Kurt Beck und der SPD schweren Schaden zufügt? Ihre offizielle Internetseite ist momentan nicht erreichbar, offenbar wollen noch mehr Leute als nur ich wissen, wer die Abweichlerin ist.

Natürlich finde ich es gut, wenn Abgeordnete ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben und auch in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen, aber in so einer prekären Lage? Ist Dagmar Metzger denn nicht klar, was ihre Entscheidung möglicherweise für Auswirkungen hat? Ist es denn wirklich befriedigend, effektiv zu verhindern, dass in Hessen gute Politik für die Menschen gemacht wird und Roland Koch abgewählt wird?

Die Mehrheit der hessischen Wähler hat genug von Roland Koch und ein klares Votum gegen ihn abgegeben: es ist doch einfach nur vermessen, anzunehmen, der Wähler sei so dumm, nicht zu begreifen, dass es notwendig sein kann, nach der Wa…

Unrecht im Internet

Ich kann es nicht leugnen und fühle mich ertappt. Dieser Comic passt wie die Faust aufs Auge:

(Comic von xkcd, Übersetzung von Anatol Stefanowitsch, veröffentlicht unter einer CC-BY-NC-2.5-Lizenz.)

DVD-Movie-Protect

Gestern wollte ich meine neue DVD (Die Verurteilten, Steelbook-Version von EuroVideo) schauen. Zu meiner eigenen Überraschung schlugen jegliche Versuche, den Film zu öffnen, fehl. Weder Totem, noch VLC und auch nicht MPlayer waren in der Lage, zum Hauptfilm vorzudringen. Da ich gestern Abend keine Lust hatte, herauszufinden, woran das liegt, habe ich stattdessen zum wiederholten Mal Per Anhalter durch die Galaxis geschaut. Ein toller Film, nur leider nicht der, den ich eigentlich schauen wollte.

Heute hatte ich etwas Zeit und bin dann nach einer sehr langwierigen Google-Recherche auf die Lösung gestoßen: das Problem ist der neuartige KopierschutzDVD-Movie-Protect, der verhindert, dass DVD-Spieler ohne Lizenz die DVD abspielen können.

Glücklicherweise gibt es bereits eine Lösung für dieses Problem, auch wenn sie ziemlich nervig ist: Tobias Rautenkranz hat einen Patch für den VLC geschrieben, der bei der Wiedergabe von mit DVD-Movie-Protect kopiergeschützten DVDs unter Linux sowie unter W…

Heulen und Zähneklappern

Nachdem sich Andrea Ypsilanti zum Glück entschlossen hat, den Wählerwillen zu respektieren und das Wagnis einer rot-grünen Minderheitenregierung mit Duldung der Linkspartei zu versuchen, schreien die üblichen Verdächtigen aus den Reihen der CDU empört auf: es sei Verrat am Wähler, Wortbruch hätte nun einen Namen und der sei Ypsilanti, eine große Koalition unter Roland Koch wäre doch möglich, usw. Natürlich: aus CDU-Sicht ist dieses falsche Spiel die einzig richtige Option: die SPD gewinnt auf Landesebene eine weitere Option, die CDU hat weiterhin lediglich zwei Optionen: Schwarz-Gelb und die große Koalition. Sollten die Verhandlungen für Schwarz-Grün in Hamburg scheitern, wovon ich noch immer fest überzeugt bin, trotz der neuen Begeisterung für die Grünen seitens Ronald Pofalla, der deshalb bei Julia Seeliger scherzhaft schon als neuer Grünen-Parteichef gehandelt wird, dann steht die CDU mit dem Rücken zur Wand: die linke Mehrheit in Deutschland existiert, sie muss nur noch genutzt we…

Nine Inch Nails veröffentlicht Alben unter CC-Lizenz

Ein interessantes Experiment: 10 Wochen Zeit, keine klare Agenda, einfach nur Musik machen, ohne darüber nachzudenken. Das Ergebnis sind vier neue Alben von Nine Inch Nails: Ghosts I-IV. Ghosts I kann man direkt von der offiziellen Seite runterladen. Diese Version ist allerdings verlustbehaftet, wer die verlustfreie Version möchte, zahlt entweder 5 Dollar für FLAC-Versionen oder sucht auf den bekannten Torrent-Seiten nach einem passenden Torrent: vollkommen legal, da alle Alben unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wurden.

Applaus auch für die Entscheidung, alle Dateien 100% frei von DRM zu halten. (Echte Fans greifen natürlich zum auf 2500 Exemplare limitierten Deluxe-Extra-Spezial-Paket für 300 Dollar, nummeriert und signiert von Trent Reznor persönlich.)

freiesMagazin 03/2008 erschienen

Die Märzausgabe des freienMagazins ist erschienen. Inhalte sind unter anderem „Fernsehen übers Internet mit Zattoo“, „Samsung-Druckertreiber im Test“ und „C-U.O.N. im täglichen Büroeinsatz“. Von mir stammen auch zwei Artikel, „Webzwonull plus GPL: die AGPL“ und „2008 ist das Jahr des Linux-Desktops“. Eine komplette Inhaltsübersicht findet sich auf der Webseite des freienMagazins.