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Es werden Posts vom Dezember, 2007 angezeigt.

Reisende soll man nicht aufhalten

Nun „droht“ also Wolfgang Clement mit dem Parteiaustritt. Ich frage mich, wen er schocken will. Und wer ihn vermissen sollte. Wo große Sozialdemokraten der jüngeren Vergangenheit wie Johannes Rau und Franz Müntefering und auch Gerhard Schröder durch Tugenden wie Anstand, Würde und Aufrichtigkeit bekannt wurden, ist bei Clement nichts dergleichen zu finden. Er verkauft sich und verrät sozialdemokratische Ideale für schnöden Mammon. Von mir aus kann er gehen. Ich werde ihm keine Träne nachweinen.

Der Duke kommt

Computerspiel-Interessierte und Netzaffine werden all die Witze über die größte Vaporware im Spielebereich, wahrscheinlich sogar die größte Vaporware überhaupt kennen: 3D Realms vor über 10 (!!!) Jahren zum ersten Mal angekündigte Fortsetzung der Duke-Saga: Duke Nukem Forever. Diskussionen über dieses Spiel und immer wieder kehrende running gags gehörten zu quasi jedem Forum, das sich auch nur entfernt mit Computerspielen beschäftigte, dazu. 3D Realms hielt all die Jahre hindurch ihre oberste Maxime aufrecht: wenn etwas Neues passiert, erfahrt man es hier, bei uns. Die Fangemeinde wurde immer wieder von kleinsten Schnipseln aus dem Spiel vertröstet, der mehrmalige Umstieg auf eine neue Engine sorgte jedes Mal erneut für Gelächter und Unglauben. Nur wirklich Hartgesottene glaubten noch, dass Duke Nukem Forever jemals erscheinen würde, teilweise wurde die ganze Aktion einfach nur als riesiger Marketinggag abgetan, der nur 3D Realms Aufmerksamkeit zusichern sollte. Fast niemand konnte si…

Literaturvorlesungen sind amüsant

Als Außenstehender glaubt man es vielleicht nicht, aber Literaturvorlesungen sind sehr amüsant. Als wir letzten Montag über die Erzähltextanalyse sprachen, wurde auch Stanzels kleiner Typenkreis erwähnt. Dazu meinte der Dozent, dass wir ihn uns nicht merken müssten, weil er falsch sei, aber dass wir ihn doch einmal gehört haben sollten. Der große Typenkreis hingegen sei zwar korrekt, aber viel zu kompliziert und somit ebenfalls untauglich.

Als dann die Rede auf den „Zauberberg“ und eine Figur dieses Romans, Wehsal, kam, meinte ebendieser Dozent (sinngemäß): „Was ist dieser Wehsal eigentlich für ein Schlappschwanz, er trägt ihm sogar seinen Mantel, statt zu versuchen, wie es sich für einen richtigen Mann gehört, ihn umzubringen.“ (Wehsal trägt den Mantel seines Nebenbuhlers, der, im Gegensatz zu ihm, die Gunst einer Dame gewonnen hat.)

(Literaturweisheit des Tages: Eine Anatomasie bezeichnet das Ersetzen eines Eigennamens durch ein Wort, das als Atribut zu ihm stehen könnte.)