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Es werden Posts vom Februar, 2008 angezeigt.

Lesetipp: „In nuce“

Roberto J. De Lapuente räumt mit der BILD auf:
Aus der dümmlichen BILD-Kampagne gegen die LINKE scheint mehr und mehr eine quasi-kriminelle Agitation zu werden. Es kommt einem journalistischem Verbrechen gleich, wie man mit spärlichen Kommentaren und aufgebauschten Angstszenarien, die einzig und alleine durch unbegründete Behauptungen genährt werden, den Bürgern erklärt, wie nahe die DDR bereits ist.

Ein Grund zum Feiern

Heute ist der 29. Februar. Christian Dombrowski führt anlässlich dieses besonderen Datums das Schalttagsfest ein. Eine sehr gute Idee, dieser Tag verdient es, besonders gewürdigt zu werden.

Ach je, SPD

Ich muss gestehen, mir geht es genau wie Sebastian Reichel: ich weiß nicht, was SPDler offensichtlich so abstoßend am Mond finden. Um es klar zu formulieren: Ich persönlich habe nichts gegen den Mond. Der Analyse von jakob, der bei Watchberlin vermutet, es läge an der Mondlandung als Inbegriff des Imperialismus, kann ich nichts abgewinnen. Mondlandung ist so ungefähr das Letzte, woran ich denke, wenn ich Mond höre.

Dummer Stein!

Vielleicht muss die Liste der 20 schlimmsten Gotteslästerungen demnächst um einen weiteren Punkt erweitert werden: in Berlin musste eine Satireaustellung der Gruppe Surrend geschlossen werden, weil man es wagte, ein Bild der Kaaba mit der Überschrift Dummer Stein zu präsentieren. Die Mitarbeiter wurden bedroht, es wurden fliegende Steine angekündigt, man fürchtete um Leib und Leben der Angestellten. Am Montag soll die Ausstellung vielleicht wieder eröffnet werden, allerdings nur unterPolizeischutz.

Etwas stimmt hier nicht. Protest ist in Ordnung, aber er muss friedlich bleiben. Die Kunstfreiheit ist ein wertvolles Gut, das nicht hoch genug geschätzt werden kann. Solche Auswüchse werfen ein schlechtes Licht auf die muslimische Gemeinde in Deutschland und sind Wasser auf den Mühlen der antidemokratischen und islamophoben Kräfte hierzulande. Es wäre meines Erachtens wünschenswert, würden sich die offiziellen Vertreter der deutschen Muslime von Gewaltdrohungen jeglicher Art ausdrücklich di…

Die SPD, die Medien und das Wesen der Politik

Irgendwann ist es echt genug. Auch der Dümmste dürfte mittlerweile gemerkt haben, dass die bürgerlichen Medien einen gnadenlosen Feldzug gegen die SPD führen, weil in der SPD nicht nur Betonköpfe und verbohrte Ideologen etwas zu sagen haben, sondern eben auch Pragmatiker.

Es ist doch so: die Linkspartei als reine Protestpartei abzukanzeln und sie pauschal als im Westen als nicht regierungsfähig einzustufen, ist natürlich ganz grober Unsinn. Die Linkspartei hat ihre Wähler gewonnen, dies auf Dauer zu ignorieren wäre schlichtweg fatal (Stichwort: momentum). In einem Fünf-Parteien-System sind die traditionellen Zweier-Bündnisse nicht mehr die Regel, sondern die große Ausnahme. Bei der nächsten Bundestagswahl wird es höchstwahrscheinlich nicht für Schwarz-Gelb und auch nicht für Rot-Grün reichen, so sehr ich mir letzteres auch wünsche.

Die CDU öffnet sich mit ihrem Flirt mit den Grünen in Hamburg für eine weitere Option, ob Schwarz-Grün in Hamburg nun klappt oder nicht (ich tippe noch immer…

Ubuntu Brainstorm

Noch nicht komplett zufrieden mit Ubuntu? Tolle eigene Ideen, die verwirklicht werden sollen? Das kann man ändern: Ubuntu Brainstorm wurde gestartet. Ähnlich wie bei Dells Ideensturm sollen bei Ubuntu Brainstorm Ideen gesammelt und Entwickler in die Lage versetzt werden, schneller und einfacher auf die Gemeinschaft einzugehen. Dies wird erreicht durch Vernetzung mit Launchpad und dem internationalen Ubuntu-Forum.

Privatisierung der Bahn stoppen

Es folgt kopierter Text: Ich habe den Aufruf „Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gegen die Privatisierung der Bahn“ unterschrieben - mach auch mit und stoppe damit das Holding-Modell und andere Versuche, den Beschluss des Parteitags zur Bahnprivatisierung zu umgehen! „Der öffentliche Dienstleistungsauftrag der Bahn ist weder mit einer einseitigen Ausrichtung als internationalem Logistikkonzern noch mit dem Renditestreben des Kapitalmarktes zu vereinbaren. Deswegen wenden wir uns entschieden gegen eine Privatisierung der Deutschen Bahn AG.“

Unterschreiben ist natürlich auch möglich, ohne Mitglied der SPD zu sein.

Noch nicht überzeugt? 12 rasche Argumente gegen den Börsengang liefert Winfried Wolf.

Ergebnisse der US-Wahl 2008 zu früh veröffentlicht

Bei der US-Wahl sind offensichtlich Amateure am Werk: der mühsam ausgeklüngelte Wahlausgang (John McCain gewinnt mit 48 Prozent der Stimmen) durch militärische Unternehmen, die seit der Präsidentschaft Eisenhowers über die Präsidenten im Vorfeld entschieden haben, wurde zu früh veröffentlicht. Der zuständige Diebold-Manager ist dennoch der Meinung, dass die Amerikaner wählen gehen werden und bekräftigt, dass sie so tun werden, als würden sie auszählen, als wäre nichts geschehen. Außerdem deutet er an, dass möglicherweise ein Attentat nach der Wahl in Frage kommt, aber sicher sei noch nichts:

„Gott sei Dank“: StudiVZ und die Nutzer

Heute ein klassisches Lehrstück schlechter Informationspolitik, präsentiert von StudiVZ. Marcus Riecke, der Chef von StudiVZ, äußert sich in einem Interview bei Spiegel Online folgendermaßen:
Wir haben die Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung aus zwei Gründen geändert. Zum einen, um zielgerichtet werben zu können. Zum anderen, um Konflikte mit Ermittlungsbehörden zu vermeiden. […] Wir stehen da zwischen den Fronten. Auf der einen Seite der Datenschutz, auf der anderen Seite die Ermittler. Das Telemediengesetz verbietet uns, ohne Zustimmung der Nutzer Nutzungsdaten zu speichern. So hat der BGH vorigen Herbst entschieden. Die Kripo- und LKA-Beamten verlangen aber genau diese Daten von uns, die wir laut Datenschützern nicht speichern dürfen. Deshalb haben wir die Nutzer der Speicherung der Nutzungsdaten zustimmen lassen. […] Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben d…

Lesetipp: „Moderne Elite: Was dabei wohl alles auf der Strecke bleibt?“

Melanie Mühl gibt sich bei der FAZ klassenkämpferisch und kritisiert anlässlich des gerade neu erschienen Buches „Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen“ von Julia Friedrichs die Eliten in Deutschland, die Seilschaften, den unbedingten Drang zu Geld und Macht:
Die Elite greift sich gegenseitig gern unter die Arme. Es ist naiv zu glauben, dass allein die Leistung darüber entscheidet, wer sich in den Chefetagen dieser Welt häuslich einrichten darf. Was zählt, sind Habitus und Status oder, nicht ganz so freundlich ausgedrückt, der Stallgeruch. Kinder aus gutem Hause sind die Gewinner dieses Spiels.

Lesetipp: „7 + 38 + 55 = 0“

Anatol Stefanowitsch räumt im Bremer Sprachblog mit alten Mythen auf:
Neben den Mythen von den hundert Eskimowörtern für Schnee und den geschwätzigen Frauen und schweigsamen Männern ist die Formel 7% Sprache + 38% Tonfall + 55% Körpersprache eine der hartnäckigsten und am weitesten verbreiteten sprachlichen Irrtümer, die ich kenne. Wenn man im Internet nach den Suchwörtern Körpersprache “38 Prozent” sucht, findet man hunderte von Seiten auf denen diese Formel im Brustton der Überzeugung verwendet wird, um die Existenz von Kommunikationstrainern zu rechtfertigen.

Schwarz-Grün in Hamburg? (Teil 4)

Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, dass meine durchaus gewagte erste Einschätzung der Lage in Hamburgziemlichzutreffend war: in der Diskussionsrunde bei Julia Seeliger sind zwar auch einige treffende Argumente pro Schwarz-Grün zu finden, doch bin ich noch immer der Meinung, dass die Basis der Grünen starke Probleme mit der Union hätte. Matthias Rampke, Sprecher der Grünen Jugend Leipzig, sieht das ähnlich:
Auf Hamburgs Straßen bin ich allerdings jeden Tag mehrmals wegen der Schwarz-Grün-Debatte angesprochen worden - und niemals positiv. Die bestehenden Koalitionen in den Bezirken wurden eher als Negativbeispiel gesehen; viele wollten Linke wählen, weil sie Schwarz-Grün befürchteten (und wollten nicht einsehen, dass sie damit die Große Koalition wählen, weil die Hamburger Linken selbst jede Regierungsarbeit oder Tolerierung ablehnen).

Schwarz-Grün in Hamburg? (Teil 3)

Auch bei Politik und Panorama hält man die schwarz-grünen Turteleien für absurd:
Schwarz-grün als Option in Hamburg, der Grünkohl(e)pakt, das neue Koalitonsmodell in Deutschland – so tönt es von Unionsseite. Und der Papst wird schwanger, denkt man, hört man dies. Das ist nichts anderes als der Versuch, die SPD im Vorfeld von Koalitionsverhandlungen weichzuklopfen.

Schwarz-Grün in Hamburg? (Teil 2)

Meine Wahlanalyse wird durch die Umfrage von Infratest für die SPD gestützt:
Die beiden Alternativen, Große Koalition und ein Schwarz-Grünes Bündnis werden mit je 29% befürwortet. 64% der Grünen-Anhänger und 56% der Unionsanhänger sagen, dass Schwarz-Grün nicht zusammen passt.Es ist meines Erachtes sehr unwahrscheinlich, dass die GAL-Führung so massiv den Wünschen der Basis entgegen handeln und eine Koalition mit der CDU eingehen wird, besonders da die Grünen Stimmenverluste von drei Prozentpunkten zu verzeichnen hatten. Gravierend für eine kleine Partei, besonders in einer Großstadt.Eine Große Koalition wird immer wahrscheinlicher.

Freiheit ist Sicherheit mit zweifelhaften Unterstützern

Die im Grunde genommen lobenswerte Organisation „Freiheit ist Sicherheit“ hat für ihre Demonstration am 15.03.2008 leider einige zweifelhafte Unterstützer gefunden: ein mit Nachrichten vollgepflastertes und unseriös wirkendes deutschsprachiges Portal zu Georgien, eine Vereinigung, die Verschwörungstheorien zum 11. September verbreitet und dann noch, als wäre das nicht genug, eine „Anti Genozid Bewegung“, die besonders krude Theorien aufstellt:
Wir befürchten, dass Personen ohne implantierten Chip zunehmend vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt und auf Dauer all ihrer Menschenrechte beraubt werden können. Der Versuch einer Gleichschaltung wird früher oder später zwangsläufig mit existenzbedrohlichen Sanktionen für Andersdenkende einhergehen. Diese Entwicklung kann die Grundsteinlegung für einen neuen Genozid bedeuten!Dass die Piratenpartei und die Linkspartei kein Problem damit haben, neben solchen Gestalten als Unterstützer genannt zu werden, sollte klar sein: d…

Schwarz-Grün in Hamburg?

Hamburg hat gewählt. Mittlerweile hat sich der Rauch verzogen und einiges ist klar: Ole von Beust hat seine absolute Mehrheit verloren, die FDP den Einzug in die Bürgerschaft verpasst, die SPD im Vergleich zur letzten Wahl dazu gewonnen, die Linkspartei den Einzug ins Parlament geschafft. Die Grünen sind drittstärkste Kraft.

Sofort wurden mögliche Koalitionen durchgespielt und verworfen: Naumann hat jegliche Zusammenarbeit seitens der Hamburger SPD mit der Linkspartei erneut energisch zurückgewiesen, sowohl die aktive wie auch die passive Zusammenarbeit. Diese Option fällt also komplett flach. (Ebenso kann man eine Koalition der CDU mit der Linkspartei ausschließen, aber dies sei nur am Rande angemerkt.)

Übrig bleiben also zwei Möglichkeiten: eine Große Koalition wie im Bund oder die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene. Letztere Option ist momentan die von der Medienlandschaft bevorzugte, es wird erläutert und erklärt, dass CDU und Grüne so viel gemeinsam hätten: bürgerliches …

Nachgetreten: Hamburger FDP (Teil 5)

Ein letztes Mal (voraussichtlich) beschäftige ich mich heute mit der FDP in Hamburg: sie hat wohl den Einzug in die Hamburger Bürgerschaft verfehlt und liegt bei 4,9%. Ein angemessenes Ergebnis, wenn man bedenkt, auf welcheArtundWeise die FDP Hamburg punkten wollte.

Hinzu kommt: die FDP offenbart, wie liberal sie wirklich ist: statt sich zu freuen, dass ihr Viral-Video doch noch verbreitet wurde, wird nun anlässlich der sehr gelungenen Satire ihres Werbespots mit Sky du Mont die Urheberrechtskeule rausgeholt:
Die Satire verstoße gegen Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte, man werde YouTube bitten, das Video zu entfernen. Ob die FDP nun Blogger abmahnt, die das Fake-Video übernehmen, ist noch nicht entschieden.

Brot und Spiele

Ganz kurze Bemerkung: Klitschkos Sieg über Ibragimow war absolut verdient, der Kampf war spannend und interessant. Ich habe keine Minute bereut, die ich so spät noch vor dem Fernseher verbrachte.

Die FDP macht jetzt auch in Werbung

Es sage keiner, ich gäbe dem politischen Mitbewerber keinen Platz zur Entfaltung bzw. würde ihn nicht beachten. Das Gegenteil ist der Fall: ich berichte nicht nur ausgiebig über die Wahlkampfwerbung der HamburgerFDP, nein, viel besser: durch Google AdSense mache ich sogar Mitgliederwerbung für die FDP.

Wenn das nicht wahrhaftig liberal ist, dann weiß ich auch nicht. Vielleicht bekomme ich ja demnächst eine FDP-Ehrenmitgliedschaft angetragen, für hervorragende Mitgliederwerbung? Ich bin gespannt.

IP-Adressen-Speicherung

Nur um es nochmal feszuhalten: nur weil ein paar Aktionisten der Ansicht sind, das Urteil gegen das Bundesjustizministerium hätte Grundlagen-Wirkung, entspricht das noch lange nicht der gängigen Juristen-Sichtweise. Klar ist: IP-Adressen dürfen nicht unnötig lange gespeichert werden. Klar ist aber auch: dürften keinerlei IP-Adressen mehr gespeichert werden, müssten jegliche Webserver in Deutschland sofort abgeschaltet werden.

Und da ich von der deutschen Justiz sehr viel halte, gehe ich davon aus, dass das auch ein durchschnittlicher Richter so sehen dürfte. Rechtsanwalt Dr. Bahr kommentiert das Urteil gegen das Bundesjustizministerium folgendermaßen:
Die Entscheidung demonstriert anschaulich, dass es dem deutschem Gesetzgeber seit Jahren nicht gelungen ist, ein praxistaugliches Datenschutzrecht zum Online-Bereich zu verabschieden. Wenn nämlich die Legislative hier halbwegs klare und eindeutige Regelungen hergestellt hätte, bräuchte das Berliner Gericht nicht so im Nebel zu stochern und…

Niggemeier vs. Broder (Teil 3)

Vorzüglich: die Blogger-Soap zwischen Broder und Niggemeier geht weiter. Welt Online leistet Schützenhilfe für BILD und Broder und veröffentlicht einen Text Broders, in dem er die Spitzfindigkeiten des BILDblogs kritisiert und feststellt, dass Niggemeier von der BILD so fasziniert sei, wie es die Volkswart-Rentner in Köln von Schweinkram gewesen wären. Außerdem betätigt er sich als Hobby-Psychologe und vermutet eine Frustration, die ein Ventil suche.

Man darf gespannt sein, wann die nächste Runde im Kampf der Giganten eingeläutet wird und welcher Alpha-Blogger sich noch einschaltet. Don Alphonso jedenfalls überlegt schon, „ob man nicht jeden Sendungs- und Redaktionsverantwortlichen, der den sog. ‚Journalisten‘ Henryk M. Broder mit seinen islamophoben Sprüchen und Unwahrheiten Aufmerksamkeit zukommen lässt, intensiv mit höflichen Schreiben über die Problematik dieser Person“ informieren solle. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass Don Alphonso ebenfalls kein Niggemeier-Fan ist, sonde…

Tag der Muttersprache

Heute ist Tag der Muttersprache. Ins Leben gerufen wurde er im Jahr 2000 in Folge der Unterdrückung Bangladeschs durch Pakistan. Das Ziel soll sein, auf Sprachen aufmerksam zu machen, die weniger als 10000 Sprecher haben. Beim Standard ist zu lesen, dass 96 Prozent aller weltweiten Sprachen von lediglich vier Prozent der Menschheit gesprochen werden und dass im Schnitt alle zwei Wochen eine Sprache stirbt. Traurige Entwicklung oder vielmehr der Preis, den man für eine Lingua Franca wie das Englische zu zahlen hat?

Seltsam finde ich, dass vor diesem Hintergrund ausgerechnet die offizielle Unesco-Webseite zum Tag der Muttersprache lediglich auf englisch und französisch zur Verfügung steht.

Langweilig

Die Games Convention zieht von Leipzig nach Köln (angeblich wegen der besseren Verkehrsanbindung, vermutlich eher wegen des größeren Einzugsgebietes) und muss, wegen des geschützten Namens, umbenannt werden. Wer einen neuen, spannenden, mutigen und interessanten Namen erwartet hat, wird bitter enttäuscht sein:

Die Games Convention heißt zukünftig Games Con.

Einfallsloser kann man wohl schwerlich sein. Wie unglaublich langweilig.

(Entdeckt beim Netzökonom Holger Schmidt.)

Mini Cooper Clubman gewonnen (vielleicht)!

Bei StudiVZ scheint man seine Nutzer ja für sehr blöd zu halten. Oder eine, wie soll man es sagen, sehr amateurhafte Werbeagentur einzusetzen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass noch Werbeformen von anno dazumal zum Einsatz kommen, bei denen in echter Kaffeefahrt-Manier ein Mini Cooper Clubman als Gewinn in Aussicht gestellt wird. Darauf fällt doch hoffentlich niemand rein, der studiert? Bei alten Damen und Herren verstehe ich es ja, noch dazu, wenn es gedruckt ist, aber im Internet, und dann auch noch in einem Studentenportal, gibt es doch hoffentlich keine so leichtgläubigen Menschen?

Andererseits kursieren noch immer irgendwelche Ketten-E-Mails, die vor etlichen Jahren gestartet sein müssen und das Spam-Aufkommen sinkt auch nicht wirklich: ganz im Gegenteil. Was ja dafür spricht, dass diese Werbeformen erfolgreich sein müssten. Und das ist ja das eigentlich Bittere an dieser Geschichte: dass es Leute gibt, die auf solche Bauernfängererei reinfallen und dass ein Konzern wie …

Lesetipp: „Schlaf der Selbstgerechten“

Lucas Zeise vom Herdentrieb bewertet die Situation an den weltweiten Finanzmärkten nicht ganz so rosig wie die europäischen Zentralbanker:
Das verblüffte mich gestern und verblüfft mich noch heute. Dass der Welt klügste Zentralbanker vor der immer stärker werdenden Überhitzung auf den Finanzmärkten die Augen fest verschlossen hatten. Sie wollten das herankommende Desaster nicht sehen. An den panischen Zinssenkungsaktionen der Fed ist zu erkennen, dass Ben Bernanke und die Seinen die Augen mittlerweile geöffnet haben. Aber die europäischen Zentralbanker schlafen weiter den Schlaf der Gerechten, besser der Selbstgerechten.

Ubuntu neuinstallieren

Ein paar Punkte, die man bei einer Ubuntu-Neuinstallation nicht vergessen darf:
Vor dem Formatieren wichtige Daten sichern. Dazu gehören die Profildateien in /home und auch alle anderen wichtigen, unwiderbringlichen Dokumente, Bilder, Videos und Musik.Tipp: Bei einer Installation mit der Alternate-CD kann man das Laufwerk schnell und einfach verschlüsseln. Praktisch für Notebooks, so können keine Daten in fremde Hände gelangen, wenn das Notebook verloren gehen sollte.Nach der Installation: sofort alle Aktualisierungen aufspielen. Wenn die installierte Ubuntu-Version schon ein paar Monate auf dem Buckel hat, kann das schon etwas mehr sein und eine Weile dauern. Eine funktionierende Internetverbindung ist ein Muss, eine DSL-Flatrate sehr sinnvoll.
Flash installieren. Ob es die proprietäre Version von Adobe oder der freie Gnash sein sollen, ist Geschmackssache; manche Anwendungen funktionen mit Gnash allerdings noch nicht, ich nutze deshalb noch immer die Adobe-Variante.Fehlende Codecs für…

Der unerschrockene Steinbock kommt

Noch ist die nächste Ubuntu-Version, der kühne Reiher, nicht erschienen, da kündigt Mark Shuttleworth schon die darauf folgende an:
And so I'd like to introduce you to the Intrepid Ibex, the release which is planned for October 2008, and which is likely to have the version number 8.10.

During the 8.10 cycle we will be venturing into interesting new territory, and we'll need the rugged adventurousness of a mountain goat to navigate tricky terrain. Our desktop offering will once again be a focal point as we re-engineer the user interaction model so that Ubuntu works as well on a high-end workstation as it does on a feisty little subnotebook. We'll also be reaching new peaks of performance - aiming to make the mobile desktop as productive as possible.
Während die folgende Ubuntu-Version, die Mitte April erscheinen soll und demzufolge Ubuntu-gemäß nach Jahr und Monat 8.04 benannt wird (Codename: Hardy Heron, also der kühne Reiher), eine LTS-Version sein wird, das heißt eine Versi…

Lesetipp: „Football’s coming out?“

Ein sehr kluger Text zu Schwulen im Fußball findet sich bei „Lizas Welt“:
„Fußball ist eines der letzten heterosexuellen Milieus“, stellte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom vergangenen Sonntag fest. „Niemand, der sagt: Ich bin schwul, und das ist auch gut so“, wie es Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister Berlins, im Juni 2001 auf einem Parteitag der Berliner SPD tat. […] Immer noch wird in den Bundesligastadien „schwul“ oder „Schwuler“ in der Absicht gegrölt, gegnerische Spieler und Fans herabzuwürdigen, und immer noch gilt es – nicht nur hierzulande – als nahezu undenkbar, dass ein Fußballprofi offen schwul lebt, ja, dass es überhaupt schwule Berufskicker gibt.
(Gefunden via „Gay West“.)

Die Beliebigkeit in der Politik

Früher war vieles einfacher: es gab typische Stammwähler, die ihre Partei wählten, vielleicht sogar noch Mitglied waren und allgemein ins Bild passten. Der konservative Landwirt wählte die Union, der Selbstständige die FDP, Arbeiter und Angestellte die SPD. Sehr überspitzt ausgedrückt. Mit dem Erstarken der Grünen verschoben sich diese Grenzlinien, so dass man immer weniger vom sozialen Umfeld auf die Parteipräferenz schließen konnte.

Heute ist das alles noch extremer: die Zahl der Wechsel- und Protestwähler (und vor allem: der Nichtwähler) steigt immer weiter, Meinungsumfragen sind erst kurz vor der Wahl halbwegs aussagekräftig. Und die Unsicherheit, wofür die einzelnen Parteien überhaupt stehen, die Austauschbarkeit der Thesen und Themen, treibt seltsame Blüten: typische FDP-Anhänger und -Wähler sind für einen gesetzlichen Mindestlohn, finden die Existenz der Linkspartei legitim und auch richtig, dass „die Linkspartei den Ausverkauf öffentlicher Versorgungsunternehmen anprangere“.

Ein…

„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Ich kann zwar nicht beurteilen, ob Erwin Teufel der beste Ministerpräsident war, den Baden-Württemberg jemals hatte (besser als Oettinger, der vollkommen plan- und ziellos von einem Skandal zum nächsten taumelt, war er sicherlich in jedem Fall), aber es ist in der Tat sympathisch und inspirierend, dass er den Mut aufbrachte, mit 67 Jahren ein Philosophiestudium zu wagen und nun nochmals den Mut aufbringt, nicht sein Scheitern, sondern vielmehr seine fortwährende Suche nach Wissen zu formulieren. Insofern bin ich vollkommen einer Meinung mit dem Kommentar von Gerhard Stadelmaier in der FAZ, die in den letzten Tagen leider hauptsächlich negativ durch die Veröffentlichung eines Gauner-Breviers für Steuersünder auffiel. (Und ja, mir ist bekannt, dass das „Sokrates-Zitat“ nicht authentisch ist.)

Nachgetreten: Hamburger FDP (Teil 2)

Es läuft wirklich nicht gut für die Hamburger FDP. Zuerst versucht sie sich mit einem „viralen“ Werbespot als Spammer. Dann fliegt das auf, sie wird abgemahnt und gesteht ihre Niederlage kleinlaut ein. Als wäre das nicht schon genug der Blamage, wird der Werbespot jetzt auch noch kongenial mit neuen Texten versehen:



Der Höhepunkt wäre natürlich, wenn die FDP am Sonntag knapp den Einzug in die Bürgerschaft verpassen würde. Verdient hätte sie ihn mit Sicherheit nicht, bei einem Wahlkampf, der im Wesentlichen aus der Forderung besteht, die Leinenpflicht bei Hunden abzuschaffen.

Es macht wirklich Spaß, sich über die Hamburger FDP lustig zu machen.

(Video entdeckt bei Julia Seeliger.)

Keine Angst vor China

Rayson von den Bissigen Liberalen weist auf einen Artikel im Handelsblatt hin, der widerlegt, dass westliche Unternehmen gegen chinesische Firmen und Produktionskosten keine Chancen hätten: „Doch die Unternehmen in den Hochlohnländern haben sich erfolgreich behauptet, zeigt der Forscher, weil sie bessere, innovative Produkte entwickelt haben, die denen aus China überlegen sind.“ Ergo: keine Angst vor China.

70 Wochenstunden

Nachdem nun klar ist, auf welche Art und Weise Nokia beim Umzug aus Bochum nach Rumänien Lohnkosten einsparen will, nämlich durch Arbeitsbedingungen, die man guten Gewissens als Sklaverei bezeichnen kann (70 Arbeitsstunden pro Woche sind einfach nicht anders zu nennen), komme ich zu dem Schluss, dass die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter fast schon froh sein können, nicht mehr für diesen Konzern arbeiten zu müssen. Es ist erschreckend, wohin grenzenlose Gier und ungebremster Kapitalismus führen.

Verkehrte Welt

Nun dreht Liechtenstein völlig am Rad: in ganz Europa ist Steuerhinterziehung eine Straftat, nur in Liechtenstein betrachtet man das als ähnlich harmlos wie ein Verkehrsdelikt. Plötzlich ist der BND der Buhmann, der unrechtmäßig gestohlene Daten erworben hat und das arme Liechtenstein das Opfer. Was soll man auf solche Vorwürfe denn bitte ernsthaft antworten? Abgesehen von „Werter Herr, Sie sind nicht ganz bei Trost“, natürlich.

Gleichzeitig wird in einigen libertären Blogs Steuerhinterziehung als Menschenrecht betrachtet. Wie weltfremd muss man sein, um so einen Quatsch tatsächlich zu schreiben und es auch noch so zu meinen? „Nette Satire“, denkt man, um dann geschockt festzustellen: das ist kein Witz. So verdrehte Menschen gibt es tatsächlich.

Wir schlussfolgern ergo folgerichtig:

Freiheit ist Sklaverei.
Unwissenheit ist Stärke.
Steuerhinterziehung ist Menschenrecht.

Zoomer.de: Das kann aber bitte nur ein Schrz sein

Das neue Angebot von Holtzbrinck, zoomer.de, kann eigentlich nur ein Scherz sein. Es ist doch wirklich nicht möglich, dass dort ernsthaft Videos mit Flachheiten eingestellt werden, die man sich kaum vorstellen kann: es spricht absolut nichts dagegen, von der Prominenz von Topmodel-Teilnehmerinnen profitieren zu wollen, aber ein gewisses Talent, das über das hübsche Aussehen hinaus geht, sollte dann doch vorhanden sein. Kommentare, die sich mit Fußball beschäftigen sollen, sich aber in Belanglosigkeiten und Plattitüden wie „Das zeigt, dass böse Menschen bestraft werden“ erschöpfen, braucht kein Mensch. Was ist so schwer daran, ein Video mehr als einmal zu drehen? Da sind Fünftklässler bei einer Theateraufführung mit mehr Talent gesegnet.

Bleibt zu hoffen, dass Holtzbrinck da nochmal nachbessert – im ureigensten Interesse. So blöd sind die Nutzer auch wieder nicht, dass sie sich von Möchtegern-Nachrichtensprechern veralbern lassen. Das kann auch ein pseudo-kritischer Ulrich Wickert nicht…

Lesetipp: „FAZ liefert ein Gaunerbrevier für Steuerhinterzieher“

Wolfgang Lieb räumt bei den NachDenkSeiten mit den „klugen Köpfen“ hinter der FAZ auf:
Diese Häufung von Beiträgen in der FAZ liest sich wie ein Gaunerbrevier für Steuerhinterzieher. […] „Zumwinkel wird vorgeworfen, seit zwei Jahrzehnten mit Hilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein Steuern hinterzogen zu haben - ein Weg, den der Manager mit Sicherheit nicht allein gegangen ist. Dazu waren die Werbeaktionen von Banken aus dem Fürstentum in den vergangen Jahren zu intensiv“, heißt es da verständnisvoll. […] Dass eine als seriös geltende Zeitung wie die FAZ sich gerade in diesen Tagen bemüßigt fühlt, in der Art der berühmt berüchtigten Consiglieri der Mafia ihren Leserinnen und Lesern Ratschläge geben zu müssen, wie sie ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können, wirft ein übles Licht auf das wirtschaftsnahe Blatt. Es ist ein typisches Beispiel für die Erosion des bürgerlichen Normbewusstseins.

Die gierigen Reichen der Anne Will

Heute Abend treffen bei Anne Will mal wieder diverse Gegenpole aufeinander. Da wären zum einen Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der Union; Ottmar Schreiner, MdB der SPD; Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP; Utz Claasen, ehemaliger Manager bei EnBW; Hans Lexendecker, Journalist und Spendenaffärenaufklärer; Dieter Ondracek, ehemaliger Steuerfahnder.

Das Thema der Sendung ist so reißerisch wie aktuell: „Die da oben: Wenn Reiche zu gierig werden“.

Was aber nun wird dabei herauskommen? Ich bin so frech und wage eine Prognose: nicht viel Neues. Ein paar aufgewärmte Allerweltsweisheiten, ein wenig moralische Entrüstung, gerechte Empörung und Rechtfertigungen seitens der Leistungsträger und deren Vertreter.

Zu Gast bei Anne Will. Konstruierter Gesprächsverlauf. Ein Versuch.

Anne Will: „Herzlich willkommen, schön, dass Sie alle kommen konnten. Das Thema der Sendung ist der aktuelle Steuerskandal, die Gier der Reichen und das Unverständnis der Armen.“

Ottmar Schreiner: „Es ist ein Skandal, was …

Populist Bsirske

Bsirske, der Verdi-Chef, scheint ein wenig der Hafer zu stechen. Oder wie kommt man sonst auf die Idee, Forderungen dieser Art aufzustellen: „Deshalb müssen wir für eine ordentliche Besteuerung sorgen. Alles was über einem Jahresgehalt von zwei Millionen Euro liegt, sollte mit einem Steuersatz von 80 Prozent besteuert werden.“ 80 Prozent. Woher kommt diese Zahl? Warum nicht 75 Prozent oder lieber doch direkt 90 Prozent? Und was spricht eigentlich dagegen, Spitzenverdiener zu enteigenen?

Was für ein Wahnsinn, denken Gewerkschaftsspitzenkräfte denn nicht nach, bevor sie den Mund aufmachen? Ist es denn nicht genug, dass die Arbeitgebervertreter total am Rad drehen, müssen denn auch noch die Arbeitnehmervertreter solche Äußerungen aus Absurdistan tätigen? Man kann nur hoffen, dass Bsirske nicht für die Mehrheit der Verdi-Mitglieder spricht und dass diesen sein Kraftgemeiere genauso peinlich ist wie jedem anderen normal denkenden Menschen. Vielleicht ziehen sie ja bald die Notbremse und säg…

Lesetipp: „Warum die Wirtschaftselite versagt hat“

Christoph Keese nimmt bei „Welt Online“ die deutschen Eliten auseinander und schlussfolgert, dass der Primat der Politik wiederkehren müsse, da der Primat der Wirtschaft versagt habe. Präziser kann man es nur schwerlich formulieren, überraschenderweise ist es erneut die „Welt“, die Platz für die richtigen Worte findet:
Wer wie der Autor dieser Zeilen stets für Selbstkontrolle statt neuer Gesetze plädiert hat, ist blamiert. In der Rückschau war es ein Fehler, es der deutschen Wirtschaft nach der Krise um den betrügerischen US-Konzern Enron selbst zu überlassen, neue Regeln in einer Corporate-Governance-Kommission zu finden. […] Zumwinkel hat die Verhandlungsposition der Privatwirtschaft unhaltbar gemacht. Listen mit politischen Wünschen wird man in Berlin auf lange Zeit nicht mehr abgeben können. Das Primat der Politik kehrt zwangsläufig zurück, wenn sich der Privatsektor eines Primats für unwürdig erweist.

Raubstaat Liechtenstein

Ob die Monegassen oder die Liechtensteiner moralisch höher stehen oder beide gleich niedrig, kann der Welt überaus gleichgültig sein. Was ihr nicht gleichgültig sein kann, ist die Schädigung, die sie durch die beiden Operettenstaaten erfährt. Und da liegt Liechtenstein mit mehreren Pferdelängen voran. In Monaco ruiniert sich wenigstens nur der einzelne Reiche, der das nötige Geld hat, um zur Spielbank zu reisen. Das ist eine Privatangelegenheit. In Liechtenstein dagegen sammeln sich die Milliarden, die Deutschland, Österreich und allen möglichen andern Ländern Europas entzogen werden. Die Kapitalfluchtgesetze werden zur Farce, solange die Hehlerhöhle Liechtenstein sich internationalen Schutzes erfreut. Die Steuerzahler ganz Europas müssen das aufbringen, was die Flucht ihrer potentesten Landsleute nach Liechtenstein ihnen entzieht.

Selbstbestimmungsrecht der Völker ist sehr schön. Aber Liechtenstein ist kein Staat mit Existenzberechtigung. Es ist ein Parasit, der auf allen andern Staat…

Verschwörungstheoretiker Gysi

Eine Landtagsabgeordnete der Linkspartei (DKP-Mitlied) macht komische Äußerungen zur Stasi und redet die Mauer schön. So weit, so schlecht. Leider kann man das noch toppen: ganz plötzlich entpuppt sich Gysi als Verschwörungstheoretiker, auch wenn er das logischerweise ganz anders sieht:
Ich bin wirklich kein Verfolgungstheoretiker. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine DKP-Politikerin einfach so dumm ist, kurz vor der Hamburg-Wahl ein solches Fernseh-Interview zu geben, wohl wissend, dass sie uns damit schaden wird. Das heißt, sie wollte uns schaden. Und das sieht doch sehr komisch und eher nach Verfassungsschutz aus.
Oder ist das eine Neuauflage des bekannten Mantras „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“? Wieso ist es so unmöglich anzunehmen, dass diese Frau schlicht und ergreifend blöd ist und nicht darüber nachdenkt, was sie von sich gibt? Ich habe Gysi immer als sehr klug und intelligent eingeschätzt, auch wenn er in der falschen Partei ist – offensichtlich habe ich mich…

SPON bedient billige Vorurteile gegen den Osten

Schon peinlich, dass sich Sebastian Wieschowski von „Spiegel Online“ nicht zu schade ist, billige Vorurteile gegen den Osten zu bedienen und gleichzeitig abgrundtief schlecht zu recherchieren:Und was ehemalige Ostblockrepubliken beim echten Grand Prix schaffen, ist für die neuen Bundesländer eine leichte Übung - die statten nämlich mit Liebe ihre Nachbarn punktemäßig aus. Brandenburg schiebt sieben Punkte nach Mecklenburg-Vorpommern, acht nach Berlin, zehn nach Thüringen und zwölf in die eigene Tasche.
Es mag dem Autor entgangen sein, aber nicht alles, was die „Bild“ schreibt, entspricht der Wahrheit. Auch wenn die „Bild“ beim letzten Grand Prix behauptet hat, dass „die osteuropäischen Staaten sich wieder gegenseitig die Punkte zugeschachert haben“.

Es passt auch nicht wirklich ins Bild, dass die ostdeutschen Bands durch die Bank hohe Punktzahlen eingefahren haben: besonders die Sieger aus Brandenburg, Subway to Sally, waren bundesweit beliebt.

Subway to Sally haben verdient gewonnen und…

Lesetipp: „De nemma uns ois“

Don Alphonso schreibt über die „besseren Kreise“:In diesen, sogenannten besseren Kreisen herrscht kein Gefühl des Unrechts, sondern das der Notwehr. In diesen Kreisen hinterzieht keiner Steuern, man tut nur etwas, damit die Ungerechtigkeit abgedämpft wird. […] Ohne Schwarzgeld wäre die Schweiz ein Entwicklungsland. Klassische Geldausgebezeitschriften derjenigen Wirtschaftsmedien, die jetzt entsetzt tun, haben den Steuersünder und sein Schwarzgeld als Kernzielgruppe.Traurig, aber wahr: Steuerhinterziehung ist ein Volkssport der Reichen und Schönen.

Spiegel Wissen lebt, Brockhaus stirbt

Die Spiegel-Verlagsgruppe hat sich zu einem mutigen Schritt entschlossen und das komplette Archiv des Spiegels seit 1949 online zur Verfügung gestellt. Kostenlos. Mit diesem Schritt erhofft man sich vermehrte Google-Treffer und somit mehr Werbeeinnahmen als aus den Einnahmen des kostenpflichtigen Archivs. (Angenehmer Nebeneffekt für die wissenschaftliche Recherche: man muss nicht mehr in die Bibliothek fahren um die alten Spiegel-Ausgaben einzusehen, die unglaublich schwer und massiv sind, sondern kann dies bequem vom heimischen Schreibtisch aus. Dadurch, dass PDF-Versionen verfügbar sind, sogar zitierfähig.)

Zusammen mit den Lexika der Bertelsmann-Gruppe und der Wikipedia kann man so mit einer Suche auf Spiegel Wissen einen umfassenden und fundierten Überblick zu einem bestimmten Stichwort erhalten.

Gleichzeitig stirbt der gedruckte Brockhaus, wahrscheinlich erscheint er zukünftig nur noch online, ebenfalls kostenlos, ebenfalls werbefinanziert. Einerseits ist es traurig, dass so eine a…

FDP. Gegen Freiheit.

Man fragt sich doch, was die baden-württembergischen FDPler unter Freiheit und Liberalität verstehen, wenn sogar schon der nächtliche Verkauf von Alkohol verboten wird. Natürlich nur, um Kinder und Jugendliche zu schützen, klar. Was kommt als nächstes? Will die FDP Snickers und Cola verbieten, wegen des bösen Zuckers?

Deutschland, Deutsche und Türken

Nach dem tragischen Brand in Frankfurt, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, wird erneut offensichtlich, dass wir in Deutschland noch weit davon entfernt sind, Gelassenheit im Umgang mit dem „Fremden“ zeigen zu können. Wie die pawlowschen Hunde kommen von allen Seiten die üblichen Verdächtigen angerannt und dreschen hohle Phrasen. Die Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogans, in Deutschland türkischsprachige Gymnasien und Universitäten einzurichten, wird entrüstet zurückgewiesen, die Leser von tendenziell konservativen Medien nehmen diese Forderung zum Anlass, den ganzen aufgestauten Wut rauszulassen und können diese „Meinungen“ dann auch noch einem weltweiten Publikum zur Verfügung stellen.

Deutschtürken, meist auch noch mit deutschem Pass, haben die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Deutsche auch. Es ist absurd zu verlangen, sie sollten ihre eigene Identität aufgeben und sich einer einer deutschen „Leitkultur“ anzupassen. So wenig wie man von einem Baye…

chmod +x runme.sh

Reichlich amüsant, dass man bei „Spiegel Online“ der Meinung zu sein scheint, Befehle wie chmod +x runme.sh wären etwas Außergewöhnliches oder Unverständliches („chmod“ ist eines der ältesten Programme für Unix/Linux-Systeme). Ganz offensichtlich sind einfachste Kommandozeilen-Kenntnisse ausreichend, um unschuldige iPhone-Besitzer über den Tisch zu ziehen, die in den Genuss eines freigeschalteten Telefons kommen wollen.

Jamendo-Album: „Gra Wstępna“

Jamendo ist ein Portal, das Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre Musik unter Creative-Commons-Lizenzen zu veröffentlichen und zu verbreiten. Der Vorteil: ihre Musik wird schnell und einfach bekannt und einem großen Publikum vorgestellt – bei Gefallen haben die Hörer die Möglichkeit, an die Künstler zu spenden.

Herunterladen kann man die Musik via Torrent, was bedeutet, dass man bei einer entsprechend guten Verbindung und bei beliebten Alben leicht auf Übertragungsraten von über 1000 KB/s kommt; nicht der Regelfall, aber auch keine große Ausnahme (siehe Bild).

Der Tatsache zum Trotz, dass die Alben auf Jamendo kostenlos verfügbar sind, sind dennoch einige sehr hochwertige dabei. Dazu gehört auch „Gra Wstępna“ von MANICURE, ein Album einer polnischen Alternative-Gruppe. Sehr hörenswert, besonders das Stück „Beating Magnets“ ist sehr angenehm und leicht.

Auch „Love“ ist ein ausnehmend schönes Stück, vielleicht gerade weil man wegen des polnischen Textes nicht wirklich etwas versteht – aber …

US-Vorwahlen: Clinton gegen Obama

Ich habe schon zu Beginn der Vorwahlen in Amerika darauf getippt, dass McCain bei den Republikanern und Clinton bei den Demokraten das Rennen machen wird und Clinton McCain dann äußerst knapp besiegen wird. Und dabei bleibe ich, auch wenn es momentan für Clinton nicht so gut aussieht wie im Vorfeld angenommen.

Tag der Kommandozeile

Offensichtlich ist heute „Tag der Kommandozeile“. Zumindest das „Lehrerzimmer“ von Herrn Rau wird höchst ungewöhnlich dargestellt: genau so sollte ein Geek-Blog aussehen. Eine wirklich spaßige (= nerdige) Angelegenheit.

Niggemeier vs. Broder

Spannender Schlagabtausch zwischen Stefan Niggemeier und Henryk M. Broder: Broder schreibt auf „Spiegel Online“ eine Polemik über die Scharia, Niggemeier nimmt diese Polemik auseinander, Broder reagiert genervt auf der „Achse des Guten“, Niggemeier kontert ungewohnt milde.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Vielleicht schaltet sich ja noch Franz Josef Wagner ein?

Lesetipp: „Wahlen, Teil 4: Angewandte Urwahl-Taktik am Beispiel von West Virginia“

Es sind Vorwahlen in Amerika. Super Tuesday, der Super-Dienstag. Was genau das bedeutet, welche Feinheiten sich ergeben und dergleichen erklärt gekonnt wie immer Scot W. Stevenson:Den Anhängern von McCain war nach dem ersten Wahlgang klar, dass sie den Bundesstaat nicht würden gewinnen konnten. Sie haben also das Nächstbeste getan und dafür gesorgt, dass Romney - der wirkliche Gegner in der Vorwahl - auch keine Delegierten bekommt, denn in West Virginia gilt das Mehrheitswahlrecht (winner takes all). Sie haben für Huckabee gestimmt. […] Am Ende ist das Ergebnis also kein Sieg für Huckabee sondern eine Niederlage für Romney.Schön zu lesen und informativ. Was will man eigentlich mehr?

Lesetipp: „BILD: So macht die Schule unsere Kinder kaputt“

Wolfgang Lieb fasst die Irrungen und Wirrungen der Schul- und Bildungsreformen kurz und präzise zusammen:Wie bei der Einführung der Bachelor Studiengänge ging es auch bei G 8 nahezu ausschließlich um das betriebswirtschaftliche Kalkül der Intensivierung und der Verkürzung, kurz um die Effizienz der Ausbildung. Es wurden „workflow“-Kalkulationen angestellt, aber kaum jemand stellte die Frage nach den Bildungszielen in einer bestimmten Ausbildungsphase, geschweige denn, dass über Faktoren der außerschulischen „Bildung“, etwa durch Sport, Musik oder sonstiges Engagement reflektiert wurde.

Keine Zeit?

Im aktuellen Spiegel ist ein schöner Artikel zu Wolfgang Clement zu finden, der in typischer Spiegel-Manier beendet wird:Vielleicht ist es das, es wäre eine Erklärung. Wolfgang Clement hat einfach keine Zeit, um aus der SPD auszutreten.Daran soll es jedoch nicht scheitern, dem Mann kann geholfen werden.

Was will die FDP?

Die Wahl in Hessen hat die FDP in eine schwierige Position gebracht: durch die kategorische Festlegung auf die „bürgerliche“ schwarz-gelbe Koalition ist sie nun nicht in der Lage, eine Ampel-Koalition einzugehen, da sie befürchtet, danach wieder als „Umfaller-Partei“ bezeichnet zu werden. Das Interesse der führenden FDP-Spitzenpolitiker ist es, seriös aufzutreten und ja nicht wieder in den Ruf der Beliebigkeit zu kommen. Doch genau das ist vielleicht auch ein Fehler: die FDP will Verantwortung übernehmen und warnt von allen Parteien am lautesten vor der Linkspartei – für das Staatsverständnis freiheitlich denkender Liberaler dürfte die Regierungsbeteiligung der SED-Nachfolgepartei eine wahre Horrorvision sein. Gleichzeitig jedoch treibt die Verweigerung der FDP, in Hessen auch nur ernsthaft Gespräche zu führen, Andrea Ypsilanti zwangsläufig dazu, die Linkspartei indirekt an der Macht zu beteiligen.

Gleichzeitig ist auch FDP-Politikern klar, dass Große Koalitionen schädlich sind für ein…

Wahlkampf bei Facebook

Wenn die Nutzer von Facebook zu entscheiden hätten, wer demokratischer Kandidat und amerikanischer Präsident werden wird, wäre die Sache so klar wie es nur geht:



Die Richtung ist nicht überraschend, da mittlerweile klar ist, dass Clinton besonders bei Frauen und Älteren punkten kann, während zu den glühendsten Anhängern Obamas hauptsächlich Studenten gehören – aber die Heftigkeit überrascht dann doch.

Gestörte Wahrnehmung

Mit einer hoffnungslos gestörten Wahrnehmung der Realität und als unfähig zur Selbstkritik präsentierte sich Roland Koch, ehemaliger Ministerpräsident von Hessen in spe:Den Sozialdemokraten ist es gelungen, mit einem Verhetzungsansatz den Eindruck zu erwecken, der Koch redet nur über dieses Thema, weil Wahlkampf ist. Das ist so grotesk, das trägt schon „1984“-artige Züge.

„Verunglimpfung des Islam“: Todesstrafe

Unfassbar:
Er hat sein Leben verwirkt, weil er aus dem Internet einen Text heruntergeladen hat. […] Das Todesurteil ist legal. Zwar war dem 23-jährigen Journalistikstudenten vor Gericht ein Anwalt verwehrt worden. Auch kam das Gericht in geheimer, nicht öffentlicher Sitzung zusammen. Aber nach afghanischem Recht, das auf der Scharia, dem islamischen Recht, basiert, muss „Verunglimpfung des Islam“ oder „Beleidigung des Propheten“ mit dem Tod bestraft werden.Ich kann es ehrlich gesagt nicht so ganz fassen, dass dieses Unrechtsregime von der internationalen Gemeinschaft und auch deutschen Soldaten gestützt wird.

Blamage für Microsoft Österreich

Es ist schon ziemlich peinlich, wenn bei einem Wettbewerb einer Landesniederlassung des größten Softwareherstellers der Welt nur 33 Personen teilnehmen – wohlgemerkt bei 35 ausgelobten Preisen. Noch peinlicher ist, dass nur wenig mehr als 1000 Personen abgestimmt haben.

Der Gipfel der Peinlichkeit für Microsoft ist jedoch erreicht, wenn der Sieger ein erklärter Microsoft-Gegner ist und von Microsoft ein Notebook bekommt.

Microsoft scheint den Kauf von Yahoo bitter nötig zu haben, freiwillig jedenfalls schent ihre Internetseite niemand zu besuchen.