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Es werden Posts vom Februar, 2009 angezeigt.

Entlassen wegen hundertdreißig Cent

In Berlin wurde eine Frau nach 30-jähriger Tätigkeit entlassen, weil sie Pfandbons im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben soll. Ich halte dieses Urteil für empörend, es ist meiner Meinung nach eine Schande für die Juristenzunft, der es an jeglicher Empathie zu fehlen scheint:
Zwar stellten die Richter, auch im zweiten Prozess, widersprüchliche Aussagen zur Tat fest. Aber allein der schwerwiegende Verdacht der strafbaren Handlung war für die Gerichte Grund genug, dem Arbeitgeber Recht zu geben.
Im Zweifel für den Kläger/Arbeitgeber, oder wie darf man das verstehen?

Wolfgang Thierse meint: "Das ist ein barbarisches Urteil von asozialer Qualität." Ich bin seiner Meinung.



PS: Die Kommentare bei welt.de sind wie immer größtenteils abstoßend (die "fette Diebin hat's verdient", "bei Scharia hieße es 'Hand ab'" usw.), aber es sind doch auch zwei sehr erhellende dabei:
joachim:
Diese Richterin hat die Akten dieses Falls offensichtlich mit wenig Interesse …

"Relaunch" von cdu.de

Die CDu legt richtig los und startet ihre interaktive Kampagne im Superwahljahr 2009 mit einer rundumerneuerten Webseite ... äh, oder so ähnlich. Thomas Knüwer nennt CDU.de ein "potemkinsches Dorf" - und das Lustige ist: ein Online-Experte der CDU ist auch nicht so richtig zufrieden mit der neuen Seite:





Die Junge Union hingegen nennt den "Relaunch" unter Missachtung jeglicher Tatsachen "wirklich gelungen".

So kann's wahlkampfmäßig von mir aus weitergehen.

Debatte: Wie werden Online-Tools den Wahlkampf verändern?

Die CDU hat ihr neues Portal gestartet, was ich zum Anlass genommen habe, bei Twitter eine Blitzumfrage zu starten. DemokratieZweiNull hat daraufhin reagiert und direkt eine Meta-Diskussion begonnen: werden solche Online-Tools den Wahlkampf verändern?

Bisher kann man meiner Meinung nach davon ausgehen, dass Twitter-Umfragen und dergleichen Spielereien keine großen Auswirkungen auf den Wahlkampf nach außen haben werden; Twitter wurde zwar schon in Mainstream-Medien thematisiert und Polit-Promis fast aller Parteien sind bei Twitter aktiv, aber die kritische Masse ist noch lange nicht erreicht.

Auf den inneren Wahlkampf jedoch werden solche Tools große Auswirkungen haben: sie können dazu dienen, die eigenen online-affinen Anhänger zu mobilisieren, den politischen Gegner zu piesacken, sich selbst Mut zu machen - und einfach, um Spaß zu haben.

Ich bin sehr gespannt, welche neuen Instrumente sich daraus entwickeln werden; planen kann man so etwas nur schwerlich, da auf dem Gebiet "Politic…

Team-Deutschland-Logo dreistes Plagiat?

Die CDU hat ihre Team-Deutschland-Kampagne gestartet (natürlich Beta). Das Ziel: Angie muss Kanzlerin bleiben. Das ist in Ordnung, Träume braucht jeder.

Mir geht es aber ums Logo, das kam mir gleich bekannt vor - hat sich da jemand von einem gewissen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten "inspirieren" lassen?

Thomas Hoerens "Skriptum Internet-Recht" März 2009 erschienen

Prof. Dr. Thomas Hoeren von der Uni Münster hat eine aktuelle Version seines Internetrecht-Skripts veröffentlicht. (Gefunden via Klaus Graf bei Archivalia, der zwar einen hübscheren Titel gewählt, dafür aber das "uni" im Link vergessen hat.)

Ich finde das Vorwort sehr schön:
Die Verbreitung über das Internet ist natürlich kein Garant dafür, dass alle Informationen wirklich stimmig sind. Die Fülle des Rechtsgebiets „Internetrecht― drohen auch den Verfasser dieses digitalen Buchs zu überfordern. Es fällt sehr schwer, auf die Hybris zu verfallen, auf allen Gebieten des Internetrechts zu Hause sein zu wollen. Ich bitte daher den Leser – die Leserin – um Verzeihung, wenn die eine oder andere Information nicht mehr aktuell oder gar falsch sein sollte.

Was machen eigentlich V-Leute? Gründe für das NPD-Verbot

Gegen ein Verbot der NPD gibt es immer wieder die gleichen Vorbehalte: "Mit Verboten bekommt man die Ideologie nicht weg." "Verbote sind Symptombekämpfung, wir brauchen aber Ursachenbekämpfung." "Parteiverbote sind immer sehr schwierig." "Ein Verbot ist nicht machbar, da die V-Leute nicht abgezogen werden können."

Richtig ist: die nationalsozialistische Ideologie, die die NPD vertritt, wird man mit einem Verbot nicht aus den Köpfen der Menschen vertreiben können. Richtig ist auch, dass es mit einem Verbot der NPD allein nicht getan ist, sondern dass der Staat und die Parteien sich wieder mehr um die Menschen in den Problemgebieten, in denen die NPD stark ist, kümmern muss.

Fakt ist aber auch, dass keine Zweifel an der rechtsextremen Ausrichtung der NPD mehr bestehen können, wie Berichte von Aussteigern immer wieder beweisen - aktuell ist bei SPIEGEL ONLINE ein Interview mit einem Aussteiger zu finden; normalerweise landen solche Interviews nur in …

Wo bleibt das liberale Korrektiv?

FDP-Parteigänger, ganz besonders Junge Liberale, begründen Koalitionen mit der CDU ja gerne damit, dass die FDP notwendig als liberales Korrektiv sei. Dass es mit diesem liberalen Korrektiv nicht sonderlich weit her ist, sondern dass die FDP vielmehr für die Macht bereit ist, jegliches liberales Gedankengut zu vergessen, das habe ich schonmehrmals dargelegt.

Bei Feynsinn bin ich auf eine neue Stufe antiliberalen Gedankenguts gestoßen:
Die Stadt Kehl soll während der Gipfeltage von der Polizei in mehrere Zonen eingeteilt werden, für die unterschiedliche Bestimmungen gelten. Besonders hart trifft es die BewohnerInnen der so genannten "Gelben Zone": "Wer sein Grundstück verlässt, muss sich zuvor mit der Polizei in Verbindung setzen", sagte Reinhart Renter, Polizeichef des Ortenaukreises. "Dann wird er von einem Beamten permanent begleitet." Betroffen sind rund 700 Menschen.
Von der FDP bin ich ja schon einiges gewohnt. Dass die FDP als Koalitionspartner in Bade…

Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008).

In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

Das Arche-Noah-Prinzip

Noch ein schöner Fund: beim A-Team wird auf den vergeblichen Bau der zweiten Arche Noah verwiesen:
Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben.
Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen.
Die Baugenehmigung wurde mir zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme.
Im Moment geht es z.B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Auf einen Hinweis, ich hätte im Ernstfall rundherum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen.
Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme no…

Bailout für die Junge Union von der Bank Of Obama

Da mir nun klar ist, dass die Junge Union sich nichts sehnlicher wünscht, als einen "590-PS Bentley", möchte ich auch meinen Teil dazu beitragen. Nico hat freundlicherweise auf die "Bank Of Obama Bailouts" hingewiesen; ich finde: bevor die Junge Union zur K-Gruppe mutiert und den Kapitalismus überwinden will, geben wir ihr doch, was sie will: einen Bentley.

Leider ist die Bank Of Obama nicht unbegrenzt belastbar, deshalb müssen 100 Dollar für die erste Anzahlung reichen. (Hoffentlich ist das jetzt kein weiterer Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.)

Julis Stuttgart: Fakten sind uns egal

Peinlich: Junge Union auf Sozialneid-Tour

Das ist nun wirklich peinlich: erst ergeht sich der JU-Chef Mißfelder in einem ekelhaften Paternalismus, nun neiden die Merkel-Jubelperser dem künftigen Berliner Finanzsenator auch noch seinen "590-PS Bentley".

Die Startseite der JU-Homepage wird gerade von einem Bild geschmückt, das man eher bei irgendwelchen K-Gruppen erwartet - und nicht bei einer politischen Jugendorganisation, die angeblich viel von Marktwirtschaft hält:



Unreif? Definitiv. Typisch für die Junge Union? Leider ja.

Susi Neunmalklugs Kampf gegen Pappkameraden

Beim A-Team geht es mal wieder heiß her: es wird zum Angriff geblasen auf alle, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung in ihren Grundfesten erschüttern wollen: Christen!

Christen, das sind schon verdammt gefährliche Leute, zumindest meinen das viele liberale und libertäre Geister (oder solche, die sich dafür halten). Christen, das sind doch diese komischen Menschen, die an die Schöpfungsgeschiche glauben und Darwin gekreuzigt haben! (Oder so ähnlich.) Auf jeden Fall fürcherlich unliberale Mitmenschen, über die man sich natürlich lustig machen darf.

Fakt ist nun aber: das verlinkte Video von den Machern des "Ferkelbuchs" kämpft gegen Pappkameraden. Anders als es Susi Neunmalklug behauptet, wird die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments nicht anstelle der Evolutionstheorie an Schulen gelehrt - nicht im Biologieunterricht, nicht im Religionsunterricht (auch wenn das einige hessische Konservative gerne so hätten - aber die haben uns ja auch vor den Kommunisten und dem…

Schaeffler, IG Metall und Lafontaine

Das Traditionsunternehmen Schaeffler ist beinahe pleite. Und warum? Weil Maria-Elisabeth Schaeffler den Hals nicht voll genug kriegen konnte und den ungleich größeren Konkurrenten Continental aufkaufen wollte. Weil Schaeffler sich an diesem Brocken verschluckt hat und nun nicht mehr genug Finanzmittel hat. Aushelfen soll natürlich mal wieder der Staat.

Schaeffler-Conti ist ein bedeutendes Unternehmen in der Welt. Völlig richtig. Aber bedeutende Unternehmen gibt es viele, nicht alle können vom Staat gerettet werden. Zum Wesen der Marktwirtschaft gehört auch das Scheitern. Nicht jede unternehmerische Entscheidung ist immer von Erfolg gekrönt, der Staat kann nicht alle falschen Entscheidungen wieder ausbügeln.

In der Zerschlagung von Schaeffler-Conti läge auch eine Chance: viele kleine Firmen sind gut für den Wettbewerb und sorgen für mehr Arbeitsplätze - und wenn eines dieser kleinen Unternehmen den Sturm nicht übersteht, dann sitzen nicht gleich tausende Arbeiter auf der Straße.

Überhaup…

Die Hypo Real Estate muss verstaatlicht werden

Klipp und klar: in die Hypo Real Estate sind mittlerweile schon so viele Steuergelder geflossen, dass man jetzt nur noch eines tun kann: die ganze "Bank" verstaatlichen. Ganz am Anfang, als wohl nur ein paar Insider ahnten, wie tief die Hypo Real Estate im Schlamassel steckt, hätte man noch die Option gehabt, die pleite gehen zu lassen und die Kredite bspw. an die KfW zu übertragen - diese Möglichkeit besteht nun nicht mehr.

Dieses Hin und Her jedenfalls ist mehr als schädlich. Es ist notwendig klar und deutlich zu sagen, was mit der Hypo Real Estate passiert. Die Bilanzen müssen offengelegt werden, und zwar komplett - Gerüchte, dass die HRA angeblich eine Bilanzsumme von 1 Billion hat, dürfen nicht mehr aufkommen. Es ist auch bezeichnend, dass dieses Gerücht nicht direkt als absurd bezeichnet wird, sondern dass es glaubwürdig ist - die HRE ist wertlos. Wenn die Aktionäre auch nur ein paar Cent für ihre Aktien kriegen, dürften sie sich freuen.

Goodbye, Opel

Ich kann mich noch gut an das Auto erinnern, mit dem ich aufgewachsen bin: ein roter Opel Rekord E. Eine Familienkutsche, wie sie im Buche steht. Ich habe dieses Gefährt geliebt und konnte gar nicht begreifen, warum es meine Eltern irgendwann verkauft und durch ein anderes ersetzt haben. Übergangsweise folgte ein Lada, dann für viele Jahre ein Mazda, heute ist es ein Toyota.

Der Neukauf eines Opels stand nie zur Debatte, auch nicht beim Zweitwagen. Ich halte das für symptomatisch für die aktuelle Opel-Krise. War Opel früher eine grundsolide deutsche Marke, bezahlbar und vertrauenserweckend, so wird heute darüber gesprochen, ob der Staat Opel nicht retten solle.

Hier nun muss aber Schluss sein. Opel hat es offensichtlich nicht geschafft, ein Finanzpolster aufzubauen und steht kurz vor der Pleite. Die Modelle von Opel sind nicht mehr gefragt, so traurig das auch ist für die Mitarbeiter und die Traditionsmarke. Die Finanzkrise mitsamt ihrer "Kreditklemme" hat die Problematik nur …

StudiVZ: Kommunikation ist alles

Wenn der Vorgang um die Löschung der SPD-Gruppe bei StudiVZ eines mal wieder zeigt, dann dieses: Kommunikation ist alles. Um den 9. Februar herum wurde die SPD-Gruppe das erste Mal gelöscht, vor einigen Tagen dann das zweite Mal.

Nach einigen Telefonaten mit StudiVZ-Verantwortlichen kann ich nun sagen, dass dieser Vorgang zwar extrem nervig war, aber auch lehrreich: in der neuen ultraschnellen Medienwelt ist Kommunikation alles. Wer hier laviert oder zögert, verspielt schnell Glaubwürdigkeit.

Ich weiß nicht, warum die Löschung der ersten SPD-Gruppe bei StudiVZ unbemerkt blieb - die Reaktion gestern und heute indessen war vorbildlich: ich wurde angerufen und informiert, dass die Löschung ein bedauerliches Versehen war.

Was StudiVZ aus diesem Vorgang mitnimmt? Wahrscheinlich werden Supporter und Admins nun genauer ausgewählt werden, vielleicht müssen künftig Gruppenlöschungen zweimal bestätigt werden; auf jeden Fall zeigte dieser Vorgang erneut, wie schnell ein paar Blog-Einträge Aufmerksa…

Dax unter 4000 Punkte: Ein Blick zurück

"Angesichts der niedrigen Renditen am Anleihemarkt ist eine deutlich höhere Bewertung der Aktien angebracht. Somit wäre ein Dax-Stand von rund 10.000 Punkten angemessen", betont Wiggermann.
Das war vor etwas mehr als einem Jahr, am 23.12.2007. Heute, am 23. Februar 2009, steht der Dax bei unter 4000 Punkten. Braucht es noch einen besseren Beweis für die Sinnlosigkeit von Börsenprognosen, die durch nichts begründet werden?

Die Kritik an Mißfelder ist wohlfeil

Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen Union, hat sich scheinbar mal wieder verhaspelt und gegen Arbeitslose gehetzt. Sie alle zu Säufern und Rauchern erklärt, die nicht für ihre Kinder sorgen können. Die Empörung war groß, sogar in der liberalen Blogosphäre wurde er gerügt.

Warum eigentlich? Mißfelder hat gesagt: "Die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ist ein Anschub für die Tabak- und Spirituosen-Industrie." Bamm. Punkt. Der Aufschrei war groß, das ist auch verständlich.

Danach gab die Junge Union eine Pressemitteilung heraus, in der Mißfelder scheinbar das Thema wechselte und nun von Kindern sprach, die von ihren Eltern nicht versorgt würden, weil diese ihr Geld lieber in Alkohol und Tabak investieren.

Das Thema blieb indessen das gleiche. Mißfelder ist, wer er ist: ein junger Schnösel, der Menschen nichts zutraut. "Mitfühlenden Konservativismus" nennen das die einen, ich nenne das "ekligen Paternalismus".

Ja, Kinder von Arbeitslosen haben mehr Probleme und …

Wir sind umgezogen

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

"Subjektivitaeten" ist künftig erreichbar unter der Adresse subjektivitaeten.de. Die URL blog.christian-soeder.de wird noch 1-2 Wochen auf das Blogspot-Blog verweisen, dann werde ich eine Weiterleitung auf subjektivitaeten.de einrichten.

Für RSS-LeserInnen ändert sich nichts, die Feedburner-Adresse bleibt die selbe.

Beim Umzug sind leider einige Kommentare verloren gegangen: in diesem Zusammenhang rate ich heftig vom Einsatz von JS-Kit-Comments ab, da die versprochene Synchronisation der Kommentare nicht so funktioniert hat, wie in Aussicht gestellt wurde.

Bis denn im neuen Blog!

JS-Kit-LockIn-Effekt

Eigentlich wollte ich dieses Blog umziehen und auf WordPress umsteigen. Leider habe ich jetzt ein kleines Problem: vor einer Weile habe ich die Blogger-Kommentare auf JS-Kit-Kommentare umgestellt, um mehr Optionen zu haben. JS-Kit verspricht:
Full integration with the Google Blogger platform: Transparently switch back and forth between native Blogger comment system and JS-Kit Comment system with no loss of comments because comments are always synchronized with Blogger. This allows to use Blogger as a backup solution should JS-Kit go down.
Leider stelle ich nun fest, dass dieses Versprechen unzutreffend ist. Etliche JS-Kommentare sind offensichtlich nicht bei Blogger gelandet, sondern nur im JS-Kit-System.

Hat jemand eine Idee, was ich nun machen kann, ohne einige Kommentare zu verlieren?

Zu den neuen Facebook-AGB

Die neuen Facebook-AGB sind dreist. Unglaublich dreist. Ein Consumerist-Leser brachte die ganze Problematik aber auf den Punkt:
I think a good rule of thumb is to just presume that anything you put on the internet is out there forever and ever regardless if you want it there or not. Follow that logic, and no TOS will catch you off guard.
Einfacher Merksatz: wenn man etwas im Internet veröffentlicht, muss man annehmen, dass es für immer im Internet bleibt und von anderen genutzt wird. Was privat bleiben soll, darf nicht auf Servern von Dritten hochgeladen werden.

Mehdorn muss weg!

Mehdorn muss weg. Die Gründe liefert mspro:Das Tarifreformdesaster vor ein paar Jahren. Eine Tarifreform, die sich als derart unhinnehmbar erwies, dass sie in großen Teilen komplett zurückgenommen werden musste. Eine unglaublich peinliche Angelegenheit und der endgültige Ausweis der betriebswirtschaftlichen Inkompetenz der Bahnführung.Der spektakuläre Tarifkampf mit den Gewerkschaften. Mehdorns Politik der verbrannten Erde kostete dem Unternehmen allein durch den Tarifkampf und die Streiks mehr Geld, als die Gewerkschaften überhaupt hätten fordern können. Mehdorn ist alles egal, außer seinem Ego.Die Wartungsschlamperei und die technischen Mängel an den ICEs. Es musste immer erst etwas passieren, dass dort richtige Kontrollen stattfanden. Sparzwang galore.Bahnpersonal setzt mehrfach Kinder, die im Besitz keines oder eines falschen Fahrscheins sind, alleine irgendwo in der Walachei aus.Das schlampige Verrottenlassen/bzw. das Aufgeben von Bahnstrecken. Auch hier der Sparzwang, der die Si…

Lesetipp: Was nichts kostet ist viel wert

Sehr aufschlussreicher Artikel über eine Studie im Handelsblatt mit folgender Zusammenfassung:
Wer das Geschäftsmodell verfolgt, im Internet etwas zu kleinen Preisen an viele Leute zu verkaufen, der hat besonders mit der Verrücktheit zu kämpfen, dass die meisten Leute lieber langes Suchen in Kauf nehmen, um es irgendwo umsonst zu finden, als ein paar Cent zu bezahlen.

Linkswende-Marginalien

Ein paar kleine Notizen zum Juso-Kongress, die es nicht in einen eigenen Artikel schafften:
Während des Workshops von Björn Böhning meinte ein Berliner Juso, dass er bekennender Atheist sei und deshalb finde, dass alle Religionen einen gleichberechtigten Platz im Schulalltag finden sollten.
Bei den einzelnen Veranstaltungen waren die Fragen der Teilnehmer teilweise so lang und ausschweifend, dass man das Gefühl hatte, es wurde keine Frage gestellt, auf die man eine Antwort erwarte, sondern mit der man sich profilieren wollte.
Bei der Party am Samstagabend wurde sehr schön deutlich, dass die SPD eine Volkspartei ist: das Zusammentreffen von Yuppie-Jusos und Pogo-Jusos verlief zwar völlig problemlos, aber dennoch war erkennbar, dass die Jusos ein sehr heterogener Verband sind.
Das Mensa-Essen war sehr gut.
Zum Frühstück gab es u.a. Earl-Grey-Tee, was einige Damen meines Kreisverbandes und auch ich sehr zu schätzen wussten.
Der Workshop "Abrüstung jetzt!" war sehr interessant; leider…

Integration, Sprache, Einwanderung, Bildung

Bei den Antibürokraten geht es gerade um die deutsche Staatsbürgerschaft, um Sprache, um Einwanderung und dergleichen. Ich diskutiere dort fleißig mit, möchte mein eigenes Blog aber nicht vergessen:

Deutschkenntnisse sind unabdingbar. Gar keine Frage. Es muss das Ziel sein, dass Kinder, die in die Grundschule kommen, Deutsch beherrschen, damit sie sich verständigen können.

Meiner Meinung nach ist dieses Ziel erreichbar über eine Kindergarten- und vielleicht sogar eine Kinderkrippenpflicht. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Sprache erlernt wird.

...

Weiter: wir sind uns anscheinend einig, dass es genug Eltern gibt, die an wirtschaftlichem Aufstieg ihrer Kinder kein Interesse haben bzw. die nicht verstehen, dass dieser Aufstieg normalerweise nur über Bildung passieren kann.

Die alte Arbeiterklasse war sich dessen bewusst und gründete Arbeiterbildungsvereine: natürlich nicht nur, um den eigenen Arbeitswert in der Arbeitswelt zu steigern, sondern auch, um allgemein mehr Bildung zu erf…

Replik auf "Wikipedia-Hoax beschädigt Web-Enzyklopädie"

Gestern meldete das BILDblog, dass Guttenberg nicht Wilhelm heißt. David Schraven von den Ruhrbaronen sieht wegen dieser Affäre die Glaubwürdigkeit der Wikipedia beschädigt. Ich bin anderer Meinung und sehe den Fehler vielmehr bei den Medien, die Recherche weitgehend abgeschafft haben:

"Witzbolde" wird es immer geben. Ich denke nicht, dass die Glaubwürdigkeit der Wikipedia unter diesem Scherz gelitten hat. Erfahrene Webnutzer wissen, dass Wikipedia-Informationen niemals zu 100% zu vertrauen ist, deshalb wurde ja das Konzept der "geprüften Artikel" entwickelt.

Vielmehr hat dieser Vorgang die mangelnde Recherchearbeit der alten Medien mal wieder offen aufgezeigt: wie Lemminge schrieben sie von einander ab und erfanden gar lustige Anekdoten. Wäre ein Anruf im Büro Guttenbergs zuviel Arbeit gewesen? Ich denke nicht.

Bernie ist ratlos

Bernie Ecclestone ist ein lustiger Bursche. Zuerst zwingt er die Stadt Hockenheim in Knebelverträge und kassiert jahrelang kräftig ab. Und nun wundert er sich, dass eine Stadt mit 21000 Einwohnern nicht mit Öl-Staaten wie Dubai mithalten kann und das Defizit-Geschäft Formel 1 weiterhin finanzieren will. Die Stadt Hockenheim kann sich die Formel 1 einfach nicht mehr leisten. Es wird Zeit, sich von diesem Verlustgeschäft endlich zu verabschieden.

Was haben Alida Lauenstein, Alice Schwarzer, Sahra Wagenknecht und Heidi Klum gemeinsam?

Ganz einfach: laut Berliner Morgenpost sind diese vier Damen neben 96 weiteren prominenten Frauen nicht attraktiv. Heidi Klum ist auf Platz 36 gelandet!

Bild: Wikipedia

StudiVZ-Kettenbriefe

Man verzweifelt an der Netzkompetenz mancher Leute, wenn man bei StudiVZ Kettenbriefe mit der Bitte um Knochenmarkspenden erhält:
AB-Rhesus negativ!!!
wenn ihr nicht helfen könnt, Bitte weitersenden!!
Wer hat diese Blutgruppe?
Wegen Leukämieerkrankung dringend gesucht.
Selber wäre man auch froh wenn's weitergeleitet werden würde.....

DRINGEND!!!!!! !

Knochenmarkspender Blutgruppe AB Rhfkt. negativ gesucht! Und dann gibt irgendein "Christian" noch einen "tollen" Tipp, wie man noch einfacher alle StudiVZ-Freunde zuspammen kann:
Anmerkung vom Christian:
Wenn Ihr eine Freundesliste namens "Alle" im StudiVZ erstellt, in der Alle eure Freunde drin sind, dann müsst ihr beim Weiterleiten nur ein A in die Adresszeile eingeben und dann auf die Gruppe "Alle" klicken. Das spart Zeit!Ich habe diese Nachricht jetzt schon fünf Mal erhalten. Von Leuten, die ich für überaus intelligent halte. Und trotzdem machen die so einen Quatsch mit. Es ist zum Heulen.

Zoomer.de geht offline

Auch wenn ich zoomer.de nur sehr sporadisch gelesen habe und die Seite nicht gerade übersichtlich fand: es ist schade, dass Holtzbrinck nach nur einem Jahr die Reißleine zieht und zoomer.de den Saft abdreht. Im Dezember sah es noch so aus, als würde zoomer.de als eigenständiges Angebot erhalten bleiben, nun jedoch ist Sense: in drei Wochen geht zoomer.de offline. Offensichtlich war meine Vermutung im April letzten Jahres nicht völlig falsch: zoomer.de hat es anscheinend nicht in die Gewinnzone geschafft.


Damit geht ein ambitioniertes Projekt zuende, das natürlich Ecken und Kanten hatte. Schade, dass man bei Holtzbrinck keinen längeren Atem hatte.

PS: Auch DonAlphonso hat die zoomer.de-Pleite gewohnt bissig kommentiert.

Glos-Posse

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will nicht mehr und bittet den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) ihn zu entlassen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat er von diesem Schritt nicht informiert. Das ist schonmal lustig genug, dass die Kanzlerin gar nicht erst von ihrem Minister informiert wird. Dann wird es nochmal spaßiger, wenn Seehofer das Rücktrittsgesuch ablehnt, ohne Merkel zu zu informieren. Aber das ist immer noch nicht genug: eigentlich sollte man nun meinen, Merkel käme sich veralbert vor und würde ihren amtsmüden Minister entlassen. Aber von wegen: auch Merkel lehnt das Rücktrittsgesuch ab.

Was für eine Politposse. In der freien Wirtschaft wäre das auch mal lustig, wenn ein leitender Angestellter dem Chef mitteilt, dass er keinen Bock mehr hat, und dieser ihm dann aber sagt, dass er gefälligst zu bleiben habe.

Man muss CDU und CSU danken für den Spaß, den sie uns bieten. Besser als Kino.

Offener Brief an Andreas Pinkwart

Sehr geehrter Herr Pinkwart,

mit Erstaunen habe ich gelesen, dass Sie den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland nicht ausschließen wollen. Nun ist es natürlich völlig in Ordnung, anderer Meinung als der Rest der Bevölkerung zu sein, eine Frage jedoch stellt sich mir doch: wo wollen Sie diese neuen Atomkraftwerke bauen? Und wo werden die zusätzlichen Endlager sein, die dann ebenfalls noch benötigt werden?

Möchten Sie wirklich, sehr geehrter Herr Pinkwart, in diesem Bundestagswahlkampf einen Lagerkampf führen? Soll die Gesellschaft noch weiter gespalten werden?

Und überhaupt: wieso fordert die FDP als angeblich liberale Partei den Staat auf, in das Marktgeschehen einzugreifen? Warum vertrauen Sie nicht darauf, dass der Markt die Frage klären wird?

Mit freundlichem Gruß

Christian Soeder

Linkswende 09 in Berlin

Ich bin gerade in Berlin beim Juso-Kongress Linkswende 09. Viele tolle Themen, spannende Workshops, sehr gute Referenten. Ein paar Bilder habe ich schon bei Flickr eingestellt, Julian hat gerade ein Mini-Video mit Franziska Drohsel gedreht.

Notiz am Rande: es ist teilweise sehr amüsant, dass die Fragen aus dem Plenum manchmal so lang und umfangreich werden, dass sie die Länge der Redebeiträge der Referenten um das Vielfache übertreffen.

Gesamtdeutscher März

Bald wird das Frühjahr, dann der Sommer
mit all den Krisen pleite sein, -
glaubt dem Kalender, im September
beginnt der Herbst, das Stimmenzählen
ich rat euch, Es-Pe-De zu wählen.

Günter Grass

DGB-Chef Michael Sommer in Hockenheim

Vorigen Donnerstag war ich auf dem Neujahrsempfang der SPD Rhein-Neckar in Hockenheim. Hauptredner war DGB-Chef Michael Sommer. Und eines ist klar: Sommer ist eine Wucht. Unglaublich, wie dieser Mann reden kann.

Es ist schlichtweg beeindruckend, wie er anfangs relativ langsam und bedächtig loslegt, nur um sich dann derart zu steigern, dass man keine Worte dafür findet. Der Saal war zwar gut sehr gut besucht, aber dennoch gerade noch so groß, um überschaubar zu bleiben. Sommer hielt Blickkontakt mit allen Anwesenden: zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, man führe mit ihm ein Zwiegespräch. Das war Champions-League-Niveau!



SPD-Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Lars Castellucci erinnerte in der Begrüßung an den Neujahrsempfang vor einem Jahr, als die Finanzkrise noch nicht absehbar war. SPD-Fraktionschef Baden-Württemberg Claus Schmiedel war zu Gast, das Thema war: wie kann man möglichst viele möglichst umfassend am Aufschwung beteiligen? Die heutige Situation ist nun aber eine gru…