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DGB-Chef Michael Sommer in Hockenheim

Vorigen Donnerstag war ich auf dem Neujahrsempfang der SPD Rhein-Neckar in Hockenheim. Hauptredner war DGB-Chef Michael Sommer. Und eines ist klar: Sommer ist eine Wucht. Unglaublich, wie dieser Mann reden kann.



Es ist schlichtweg beeindruckend, wie er anfangs relativ langsam und bedächtig loslegt, nur um sich dann derart zu steigern, dass man keine Worte dafür findet. Der Saal war zwar gut sehr gut besucht, aber dennoch gerade noch so groß, um überschaubar zu bleiben. Sommer hielt Blickkontakt mit allen Anwesenden: zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, man führe mit ihm ein Zwiegespräch. Das war Champions-League-Niveau!



Michael Sommer



SPD-Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Lars Castellucci erinnerte in der Begrüßung an den Neujahrsempfang vor einem Jahr, als die Finanzkrise noch nicht absehbar war. SPD-Fraktionschef Baden-Württemberg Claus Schmiedel war zu Gast, das Thema war: wie kann man möglichst viele möglichst umfassend am Aufschwung beteiligen? Die heutige Situation ist nun aber eine grundlegende andere, so Castellucci.



Michael Sommer sprach in seiner Rede mehre Themengebiete an. So wies er darauf hin, dass die Rettung der Banken nicht wegen der Bänker geschähe, sondern wegen der Volkswirtschaft, die auf Banken angewiesen sei. (Nettes Bonmot an dieser Stelle: laut Sommer sind heutige Bänker keine Bankiers, denn Bankiers waren ja ehrenwerte Leute.)



Sommer betonte ebenfalls, laut eigener Aussage zum ersten Mal öffentlich, dass er sich in dieser Krise besondere Sorge um junge Menschen macht, die auf der Strecke zu bleiben drohen: wie schnell können sich Unternehmen überlegen, gar nicht mehr auszubilden und das Geld lieber zu sparen.



Auch die Träumer von der Dienstleitungsgesellschaft bekamen ihr Fett weg: Sommer stellte völlig zu recht fest, dass Deutschland ein Industrieland sei. Hier merkte er ebenfalls an, dass man Mindestlöhne brauche, da Menschen von ihrer Arbeit leben können müssen.



Auch die Abwrackprämie fand seine Zustimmung: in Gesprächen mit CDU-Abgeordneten musste er ihnen erklären, dass es in diesem Land Menschen gibt, für die 2500 Euro richtig viel Geld sind. Und dass es auch Menschen gibt, für die 10 Euro viel Geld sind. Und auch wenn von diesen 2500 Euro italienische Autos gekauft würden, so sei dies kein Problem: denn diese italienischen Autos hätten deutsche Einspritzpumpen.



Sommer schloss seine Rede mit dem Appell, gemeinsam zu schaffen, gemeinsam anzupacken. Dem schließt man sich gerne an.



Auch Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein pflichtete Sommer im Schlusswort bei, indem sie bekräftigte, dass es gut sei, wenn Gewerkschaften und Sozialdemokraten wieder näher zusammenrücken.

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