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Die Kritik an Mißfelder ist wohlfeil

Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen Union, hat sich scheinbar mal wieder verhaspelt und gegen Arbeitslose gehetzt. Sie alle zu Säufern und Rauchern erklärt, die nicht für ihre Kinder sorgen können. Die Empörung war groß, sogar in der liberalen Blogosphäre wurde er gerügt.

Warum eigentlich? Mißfelder hat gesagt: "Die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ist ein Anschub für die Tabak- und Spirituosen-Industrie." Bamm. Punkt. Der Aufschrei war groß, das ist auch verständlich.

Danach gab die Junge Union eine Pressemitteilung heraus, in der Mißfelder scheinbar das Thema wechselte und nun von Kindern sprach, die von ihren Eltern nicht versorgt würden, weil diese ihr Geld lieber in Alkohol und Tabak investieren.

Das Thema blieb indessen das gleiche. Mißfelder ist, wer er ist: ein junger Schnösel, der Menschen nichts zutraut. "Mitfühlenden Konservativismus" nennen das die einen, ich nenne das "ekligen Paternalismus".

Ja, Kinder von Arbeitslosen haben mehr Probleme und stoßen auf mehr Widrigkeiten im Leben als Kinder von 29-jährigen Bundestagsabgeordneten. Die Lösung auf dieses Problem kann aber nicht so aussehen, diese Menschen komplett ihrer Würde zu berauben und sie mit Lebensmittelmarken zu versehen, womit sie in der Öffentlichkeit komplett stigmatisiert werden. Besonders in Schulmensas ist das ein No-Go.

Dass in Zeiten, in denen der Staat Milliarden für "notleidende Banken" investiert, eine Debatte über den "Missbrauch von Transferleistungen" sowieso ein Treppenwitz der Geschichte, das muss man eigentlich nicht erwähnen. Ich erwähne es trotzdem.

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