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Braucht die Welt OpenXML?

Alexandra Kleijn hat bei Heise Open einen interessanten Hintergrundbericht zur ODF-OpenXML-Problematik verfasst und kommt, nach dem Abwägen der wichtigsten Argumente, zu einem Schluss, den ich absolut und hundertprozentig unterschreibe:

(Software-)Benutzer wollen nicht zwischen abstrakten Standards entscheiden müssen. Sie wollen Dokumente erstellen in einer Software ihrer Wahl, in der Zuversicht, dass andere diese lesen können. Warum also nicht einfach ein Standard, auf die alle Office-Pakete, inklusive Microsoft Office, aufsetzen? Ein Format, das sich problemlos in egal welcher Bürosoftware öffnen, bearbeiten und speichern lässt? ODF heißt das Format der Zukunft. Open XML ist eine Einbahn-Straße.

Pathetisch formuliert befindet sich die Softwarewelt an einem Wendepunkt: wenn OpenXML kein offizieller ISO-Standard wird, besteht zum ersten Mal seit vielen Jahren die Möglichkeit, dass die Vorherrschaft von Microsoft im Officebereich ernsthaft angegriffen wird. Genau deshalb ist es so grauenvoll, dass Novell der Freien-Software-Gemeinde in den Rücken fällt und einen OpenXML-Konverter für die OpenOffice.org-Variante von Novell entwickelt hat.

Es bleibt zu hoffen, dass Microsofts Versuch, ihr Format als Standard durchzusetzen, kläglich scheitert. Alles andere wäre eine wahrhaftig grässliche Entwicklung.

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Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008).

In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

Der Platzhirsch unter den Freie-Software-Lizenzen ist die GPL, die GNU General Public Licence. Sie wurde hauptsächtlich von Richard Stallman geschrieben, dem Gründer des GNU-Projekts, und kann ohne Übertreibung als „größter Hack in der Geschichte des Urheberrechts“ bezeichnet werden.

Die GPL hat das Ziel, so viel Software wie möglich zu Freier Software zu machen; die Entscheidung, die GPL zu verwenden, ist somit auch immer ein Stück weit ideologisch motiviert. Im Gegensatz zur GPL haben BSD-artige Lizenzen kein Copyleft; dies bedeutet, dass davon abgeleitete Software nicht unter der gleichen Lizenz stehen muss. GPL-geschützte Software hingegen macht jegliches Programm, das auf GPL-Quelltext zurückgreift, ebenfalls zu GPL-Software. Diese Eigenschaft wird von Microsoft gerne als „virusartig“ und Linux als „Krebsgeschwür“ beschrieben. Im Grunde genommen die übliche Mircosoft’sche FUD-Politik, die das Ziel hat, gezielt Fehlinformationen zu verstreuen und potenzielle Nutzer abzuschrecken. E…

Christliche Nächstenliebe

Die CDU-Politiker Klaus-Heiner Lehne, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Olaf Lehne, Mitglied des Landtags NRW, möchten nicht für ihren alten Vater (79) sorgen, der von einer kümmerlichen Rente von 200 Euro leben muss.

Nun war Hans Konrad Lehne als ehemaliger Präsident der Anwaltskammer sicherlich zu Berufszeiten kein armer Mann. Und man hätte erwarten können, dass er privat vorsorgt, um im Alter nicht mittellos dazustehen.

Aber dessen ungeachtet: es kann doch nicht sein, wenn sich zwei Söhne mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 100.000 Euro weigern, für ihren Vater zu sorgen. Egal, wie schlecht er sie einmal behandelt haben mag, egal, ob er sein Geldverprasst (via) hat: das gehört sich einfach so. Wenn man schon innerhalb der Familie nicht solidarisch sein mag, wann denn dann?

Mittlerweile kann die CDU ihr C wirklich streichen, wenn führende Politiker absolut nichts von christlicher Nächstenliebe halten und das auch noch so offen zeigen.