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ODF vs. OpenXML

Es hat den Anschein, als ob der Kampf zwischen der Freiheit, vertreten durch das offene Dokumentenformat ODF, und dem Zwang, vertreten durch das pseudo-offene Microsoft'sche OpenXML, in die entscheidende Runde geht: auch bei der „Zeit“ ist nun ein ausführlicher Hintergrundartikel erschienen, der diese Problematik durchleuchtet und klarstellt, worin der Sinn von offenen Formaten liegt: dass nur echte Standards wirkliche Garanten für Fortschritt und Innovation sind – denn man stelle sich vor, jeder Baumarkt würde eine andere Maßeinheit nutzen: undenkbar.

Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie vor der Kalenderreform durch Julius Caesar, bei der der Mondkalender durch den Sonnenkalender abgelöst wurde: der bisherige Kalender (das Microsoft'sche Format .doc), um im Bild zu bleiben, funktioniert mehr schlecht als recht – es kommt zu Unregelmäßigkeiten, er muss ständig nachjustiert werden und er ist ungenau.

Nun bietet sich die Chance, diesen Kalender ad acta zu legen – glücklicherweise (hier eher: dummerweise) gibt es heute keine Diktatoren mit einer ähnlichen Machtfülle wie der Caears mehr: die Entscheidung, ODF zum einzig gültigen Standard zu machen und den alten „Kalender“ .doc bzw. seinen bösen Nachfolger OpenXML zu verabschieden, kann nur demokratisch getroffen werden: hoffen wir, dass die zuständigen Ausschüsse und Kommissonen die richtige Entscheidung treffen.

Denn letztendlich hat es die „Zeit“ sehr treffend formuliert:
Denn beim Kampf um Dateiformate und Systeme geht es um mehr als einfache Textdateien und Präsentationen. Es geht um den gesicherten Zugriff von Firmen, Regierungen und Privatleuten auf all ihre gespeicherten, aktuellen und zukünftigen Daten. Es geht um die Zukunft privater, staatlicher und betrieblicher Archive – und darum, ob der Schlüssel zu all diesen Daten besser bei Bill Gates liegt oder in der globalen Community der Open-Source-Szene.

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