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Detlev von Larcher und Wolfgang Clement

Der SPD-Linke Detlev von Larcher wurde nach seinem Aufruf zur Wahl der Linkspartei in Hessen, was seiner Meinung nach eine schwarz-gelbe Regierung unter Koch verhindert hat, aus der SPD ausgeschlossen. Gegen diesen Beschluss der Schiedskommission will er Berufung einlegen. Das Parteiausschlussverfahren gegen Wolfgang Clement, der vor der Wahl der SPD in Hessen gewarnt hat, ist noch in vollem Gang.

Wolfgang Clement, Vertreter der SPD-Rechten, Detlev von Larcher, Vertreter der SPD-Linken. Zwei unterschiedliche Personen, zwei ähnliche Fälle: beiden Personen ist parteischädigendes Verhalten vorzuwerfen, in unterschiedlichem Ausmaß. Während es bei von Larcher ein Leserbrief war, war es bei Clement ein Artikel, wo von Larcher zur Wahl einer anderen Partei aufgerufen hat, hat Clement vor der Wahl der eigenen gewarnt.

Natürlich trifft trotzdem zu, dass die Causa von Larcher und die Causa Clement zwei unterschiedliche Fälle sind; die für Clement zuständige Schiedskommission sollte sich also nicht in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen und das tun, was sie für richtig hält.

Mir persönlich sagte von Larcher bis vor kurzem überhaupt nichts, allerdings habe ich nach einem flüchtigen Blick auf seine Internetseite das Gefühl, dass er wirklich ein überzeugter linker Sozialdemokrat ist/war, der für die öffentliche Diskussion jedoch keine Rolle mehr gespielt hat, während Clement für mich einfach nur ein Lobbyist ist, der nur noch aus Trotz in der SPD bleibt und nicht etwa aus Überzeugung. Während ich bei von Larcher das Gefühl habe, dass er ehrlich verletzt ist, weil ihn seine SPD nicht mehr haben will, kann ich mir das bei Clement nicht vorstellen. Wahrscheinlich lacht er sich daheim kaputt über seine Parteigenossen, die sich von ihm so leicht provozieren ließen.

Um es zu präzisieren: von Larcher ist mir sympathisch, Clement nicht. Insofern bin ich recht froh, dass ich nicht über einen Ausschluss zu entscheiden hatte.

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In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

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Aber dessen ungeachtet: es kann doch nicht sein, wenn sich zwei Söhne mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 100.000 Euro weigern, für ihren Vater zu sorgen. Egal, wie schlecht er sie einmal behandelt haben mag, egal, ob er sein Geldverprasst (via) hat: das gehört sich einfach so. Wenn man schon innerhalb der Familie nicht solidarisch sein mag, wann denn dann?

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