Direkt zum Hauptbereich

Die Meuchelmörder der Gabriele Pauli

Gabriele Pauli war 18 Jahre lang Landrätin in Fürth, was im männerdominierten Bayern sicherlich nicht immer einfach gewesen ist - trotzdem hat sie, so ist es zumindest überall zu lesen, hervorragende Arbeit geleistet. Nach dem von ihr verursachten Sturz Stoibers galt sie in der CSU plötzlich als Aussätzige, obwohl sie nur das aussprach, was die Mehrheit der CSU auch dachte. Und als der Sturz dann vollzogen war, wollte es keiner gewesen sein. Dann war es plötzlich die schöne Landrätin mit den roten Haaren, die Hexe.

Mitglied der CSU ist sie mittlerweile nicht mehr, für eine weitere Kandidatur als Landrätin stand sie nicht zur Verfügung. Und nun, wo sie am Boden liegt, entscheidet der Kreistag Fürth, ihr keine Pension zu zahlen, weil sie nicht erneut kandidierte. Dem Antrag der SPD stimmte offensichtlich auch die CSU zu - juristisch korrekt, moralisch bedenklich. Gabriele Pauli hat sich sehr demokratisch und aufrichtig verhalten: sie hat ihre Meinung offen und ehrlich vertreten, sie hat gute Arbeit geleistet - sie wurde dafür abgestraft. Ausgebuht, niedergemacht, von den Medien verlacht.

Und nun wissen die SPDler im Fürther Kreistag nichts Besseres, als auf eine auf dem Boden Liegende einzutreten - ihre ehemaligen Parteifreunde verhalten sich ebenso schäbig. Ja, eine Pension von 500000 Euro ist eine hohe Summe und man kann sich darüber unterhalten, ob es legitim ist, wenn Politiker schon früh finanziell ausgesorgt haben. Nur ist dies keine grundsätzliche Entscheidung, sondern eine, die darauf ausgelegt ist, eine Einzelperson finanziell zu schädigen. Die CSUler haben ihre ehemalige Parteifreundin abgestraft, SPDler sind die willigen Helfershelfer.

Es wäre ein Zeichen von Größe gewesen, die ehemalige Gegnerin mit Würde zu verabschieden - und dazu gehört auch eine gerechte Bezahlung. Gabriele Pauli wurde der letzte Rest Würde geraubt, der ihr noch verblieben war. Sie war Vollstreckerin der CSU-Mehrheitsmeinung, ganz Bayern ist froh, dass Stoiber weg ist, auch die SPD profitiert davon - schon lange war die CSU nicht mehr so schwach wie heute. Trotz alledem wurde Gabriele Pauli nun gnadenlos bestraft. Häme und Missgunst obsiegten über Größe und Anstand.

Ein trauriger Tag für den Fürther Kreistag.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

Der Platzhirsch unter den Freie-Software-Lizenzen ist die GPL, die GNU General Public Licence. Sie wurde hauptsächtlich von Richard Stallman geschrieben, dem Gründer des GNU-Projekts, und kann ohne Übertreibung als „größter Hack in der Geschichte des Urheberrechts“ bezeichnet werden.

Die GPL hat das Ziel, so viel Software wie möglich zu Freier Software zu machen; die Entscheidung, die GPL zu verwenden, ist somit auch immer ein Stück weit ideologisch motiviert. Im Gegensatz zur GPL haben BSD-artige Lizenzen kein Copyleft; dies bedeutet, dass davon abgeleitete Software nicht unter der gleichen Lizenz stehen muss. GPL-geschützte Software hingegen macht jegliches Programm, das auf GPL-Quelltext zurückgreift, ebenfalls zu GPL-Software. Diese Eigenschaft wird von Microsoft gerne als „virusartig“ und Linux als „Krebsgeschwür“ beschrieben. Im Grunde genommen die übliche Mircosoft’sche FUD-Politik, die das Ziel hat, gezielt Fehlinformationen zu verstreuen und potenzielle Nutzer abzuschrecken. E…

Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008).

In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

BADABOOM!