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Montag, 14. April 2008

Rassismus in Deutschland im Jahre 2008

Rassismus gibt es nicht mehr? Von wegen, es hat sich nichts geändert. Deutschtürken fühlen sich in Deutschland nicht wohl, eine Pfarrersfamilie flüchtet aus dem Osten in den Westen Deutschlands, weil sie die Beleidigungen und Anfeindungen wegen ihrer Hautfarbe nicht mehr ertragen kann; Hetzjagden auf Inder, Beschwichtigungen der Bürgermeister, Kleinreden der Problematik. Die NPD kann offen agitieren, rechte Verbände ebenfalls; Pro-Vereinigungen und Volksverhetzer wie PI bringen ihre menschenverachtende Ideologie offen unter das Volk.

Das jüngste Beispiel in dieser langen Reihe ist der Fall einer jungen Frau, die mitsamt ihrer kleinen Tochter aus ihrer Wohnung geworfen wurde - wegen ihrer Hautfarbe. Wie der Vermieter offen und unverhohlen zugibt. Nun wird es wohl zu einem Präzedenzfall kommen, da das unter Rot-Grün nicht mehr beschlossene Antidiskriminierungsgesetz (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) von der Großen Koalition 2006 verabschiedet wurde.

Ich habe, naiv und optimistisch wie ich nunmal bin, gedacht, dass Verhältnisse wie in Udo Jürgens ehrenwertem Haus mittlerweile größtenteils der Vergangenheit angehören und wurde nun krass und unverblümt eines Besseren belehrt. Bleibt zu hoffen, dass der Vermieter ordentlich zur Kasse gebeten wird.

Wir stellen fest: Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland existieren auch noch im Jahre 2008, über 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Daran gilt es immer wieder zu erinnern - traurige Beispiele wie dieses vorliegende sind leider nicht die große Ausnahme, sondern viel zu oft Realität in Deutschland. An dieser Stelle sei auch nochmals auf die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung verwiesen, die festgestellt hat, dass Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemetismus in Deutschland noch immer verwurzelt sind und sich ein Viertel der Deutschen eine einzige Partei der Volksgemeinschaft wünscht.