Direkt zum Hauptbereich

Zurück aus Amsterdam

Über das verlängerte Wochenende war ich auf einer Exkursion mit der Fachschaft Geschichte der Uni Heidelberg in der schönen Stadt Amsterdam. Besucht habe ich unter anderem das Rijksmuseum, wo die Werke alter Meister zu bewundern waren, das Jüdische Mueseum, welches einen sehr guten Einblick in jüdisches Leben und Kultur vermitteln konnte; auch im Anne-Frank-Haus war unsere Gruppe: und obwohl das Anne-Frank-Haus nicht so viele Exponate bietet wie andere Museen, so vermittelt es dennoch genau wie andere geschichtsträchtige Orte ein Gefühl für die Situation normaler Menschen, die sich verstecken mussten, und das nur, weil sie als Juden von Unmenschen verfolgt wurden. Definitiv eine Empfehlung wert, wenn man mal zufällig in Amsterdam ist.

Das Widerstandsmusem hingegen war eher eine Enttäuschung: inhaltlich war es zwar hervorragend sortiert, ich habe auch viel Neues gelernt, so zum Beispiel auch über die Rolle der niederländischen Kolonien im Zweiten Weltkrieg - gleichzeitig jedoch ist dieses Museum so ungeordnet, dass man Mühe hat, den roten Faden zu finden, falls er überhaupt existiert. Die Einzelschicksale einiger Widerstandskämpfer waren höchst bewegend, hier habe ich auch das Gefühl, dass dieser Bereich neuer ist als andere; jene anderen hingegen wirkten jedoch teilweise richtig altbacken und langweilig.

Auch die obligatorische Rundfahrt durch die Grachten Amsterdams hat sich gelohnt - es ist doch etwas anderes, eine von Wasser geprägte Stadt vom Schiff aus zu erkunden als nur herumzulaufen.

Interessant war auf alle Fälle, dass an der so viel beschworenen Liberalität Hollands doch etwas dran sein muss: quasi an jeder Straßenecke konnte man den Geruch von Cannabis riechen, es ist tatsächlich völlig normal, in der Öffentlichkeit einen Joint zu rauchen. Auch das Rotlichtviertel der Stadt liegt nicht in irgendeinem Randbezirk, sondern vielmehr quasi im Zentrum, durch das auch Familien mit kleinen Kindern gehen.

Im berühmt-berüchtigten Sexmuseum Amsterdams war ich mit anderen auch, leider nicht im Van-Gogh-Haus und auch nicht im Historischen Museum - irgendwann ist die Batterie eben schlicht und ergreifend leer, dafür haben wir ein paar schöne Stunden im Park verbracht.

(Logiert haben wir übrigens in einer christlichen Jugendherberge, die ich preislich jedem ans Herz legen kann, der kein Problem damit hat, dass die Zimmer nach Geschlechtern getrennt sein müssen.)


Ein für Amsterdam typisches Haus


Der Bogen vor dem Rijksmusuem


Das Rijksmusum von außen (innen sind leider keine Fotos erlaubt)


Ein malerischer Ausblick auf ein Hausboot vor dem Anne-Frank-Haus


Das Denk- und Mahnmal für die in in Auschwitz und anderswo ermordeten Juden: die sechs zerbrochenen Spiegel auf dem Boden sollen die sechs Millionen Juden symbolisieren.


Eine Kirche in Amsterdam


Die Flagge des Jüdischen Museums

Beliebte Posts aus diesem Blog

Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

Der Platzhirsch unter den Freie-Software-Lizenzen ist die GPL, die GNU General Public Licence. Sie wurde hauptsächtlich von Richard Stallman geschrieben, dem Gründer des GNU-Projekts, und kann ohne Übertreibung als „größter Hack in der Geschichte des Urheberrechts“ bezeichnet werden.

Die GPL hat das Ziel, so viel Software wie möglich zu Freier Software zu machen; die Entscheidung, die GPL zu verwenden, ist somit auch immer ein Stück weit ideologisch motiviert. Im Gegensatz zur GPL haben BSD-artige Lizenzen kein Copyleft; dies bedeutet, dass davon abgeleitete Software nicht unter der gleichen Lizenz stehen muss. GPL-geschützte Software hingegen macht jegliches Programm, das auf GPL-Quelltext zurückgreift, ebenfalls zu GPL-Software. Diese Eigenschaft wird von Microsoft gerne als „virusartig“ und Linux als „Krebsgeschwür“ beschrieben. Im Grunde genommen die übliche Mircosoft’sche FUD-Politik, die das Ziel hat, gezielt Fehlinformationen zu verstreuen und potenzielle Nutzer abzuschrecken. E…

Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008).

In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

BADABOOM!