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Mittwoch, 4. Juni 2008

Alice Schwarzer und die Junta

Jörg Lau kann besser als ich ausdrücken, was genau so unglaublich grotesk am Text der Wunderland-Alice ist:
Die Politik des Demokratieexports durch verdeckte Operationen und gewaltsam herbeigeführte Regimewechsel ist gescheitert. Was nun? Raushalten? Zurückziehen und schuldstolze Selbstanklage? Ist das nicht in Wahrheit nur die depressive Kehrseite des kolonialen Auftrumpfens von einst? Genauso narzisstisch-selbstbezogen wie in den Zeiten imperialer Träume. Wieder sind die anderen nur Objekte. Wenn der Westen schon nicht mehr bestimmen kann, wo es lang geht, dann will man wenigstens schuld an allem sein.

Und ich bleibe dabei: durch die Rechtfertigung der Handlungsweise der Junta macht sich Alice Schwarzer mit dieser gemein. Das ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die tagtäglich in Krisengebieten für kritischen Journalismus ihr Leben riskieren.