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Donnerstag, 9. Oktober 2008

Banken verstaatlichen?

Ich bin ja wirklich kein Finanzexperte, sondern lediglich interessierter Laie. Deshalb stehe ich manchmal staunend und mit offenem Mund da, wenn Experten oder angebliche Experten dies und das verkünden und erklären. Ich versuche dann immer, kühlen Kopf zu bewahren und mir meine eigenen Gedanken zu machen, und mögliche Parallelen in der Geschichte zu suchen (Historiker-Krankheit).

Den radikalsten Vorschlag zur Bankenkrise macht nun Robert von Heusinger, wahrlich das Gegenteil von mir: ausgewiesener Finanzexperte, tätig in der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau, Blogger beim Herdentrieb der ZEIT.

Von Heusinger gibt sich nicht mit Peanuts zufrieden, sondern fordert den ganz großen Schnitt: alle 35-50 systemrelevanten Banken weltweit sollen seiner Meinung nach teilverstaatlicht werden (via WEISSGARNIX). Das wäre das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen.

Unabhängig davon, dass das wohl nicht kommen wird, ist allein die Tatsache, dass eine solche Forderung zum Inhalt des Leitartikels einer bundesweit bedeutenden Tageszeitung werden konnte, bemerkenswert. Wir befinden uns im Umbruch, so oder so.