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Donnerstag, 26. März 2009

Deutsches Lagerdenken und Walter'sche Logik

Franz Walter versucht sich mal wieder an der Bewertung des politischen Tagesgeschehens, operiert jedoch mit irreführenden Zahlen:
Indes: Was hat sich real in den vergangenen Jahren in den politischen Basispräferenzen der Deutschen gewandelt? Das sogenannte linke Lager (SPD/Grüne/Linke) vereint in der Demoskopie durchschnittlich 46 oder 47 Prozent auf sich; die Werte für das altbürgerliche Lager aus CDU/CSU und FDP liegen eine Nuance höher. Mal oszilliert es hier, mal dort (denkbar) gering nach unten oder oben. Und das seit 2005. Unberechenbare Volatilitäten müssten anders ausschlagen.

Das kleine "seit 2005" ist aus einem einfachen Grund grob irreführend: seit 2005 gab es keine bundesdeutsche Wahl mehr - nur Umfragen. Andersrum wird vielmehr ein Schuh daraus: seit 1998 hat Schwarz-Gelb bei Bundestagswahlen keine Mehrheit mehr. Und das wird sich dieses Jahr nicht ändern.

Die Parteien spielen wieder einmal ihre uralten Lagerkämpfe nach, auch wenn sich die gesellschaftlichen Mentalitäten und sozialen Lagen längst umgestaltet und neu verortet haben.

Ob Walter außerdem gemerkt hat, dass er diesen zweiten Satz seines Kommentars weiter unten selbst widerlegt hat?