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Deutsches Lagerdenken und Walter'sche Logik

Franz Walter versucht sich mal wieder an der Bewertung des politischen Tagesgeschehens, operiert jedoch mit irreführenden Zahlen:
Indes: Was hat sich real in den vergangenen Jahren in den politischen Basispräferenzen der Deutschen gewandelt? Das sogenannte linke Lager (SPD/Grüne/Linke) vereint in der Demoskopie durchschnittlich 46 oder 47 Prozent auf sich; die Werte für das altbürgerliche Lager aus CDU/CSU und FDP liegen eine Nuance höher. Mal oszilliert es hier, mal dort (denkbar) gering nach unten oder oben. Und das seit 2005. Unberechenbare Volatilitäten müssten anders ausschlagen.

Das kleine "seit 2005" ist aus einem einfachen Grund grob irreführend: seit 2005 gab es keine bundesdeutsche Wahl mehr - nur Umfragen. Andersrum wird vielmehr ein Schuh daraus: seit 1998 hat Schwarz-Gelb bei Bundestagswahlen keine Mehrheit mehr. Und das wird sich dieses Jahr nicht ändern.

Die Parteien spielen wieder einmal ihre uralten Lagerkämpfe nach, auch wenn sich die gesellschaftlichen Mentalitäten und sozialen Lagen längst umgestaltet und neu verortet haben.

Ob Walter außerdem gemerkt hat, dass er diesen zweiten Satz seines Kommentars weiter unten selbst widerlegt hat?

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Quelle

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Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen : In Zwickau sind Absprachen zwischen CDU und Linkspartei Alltag. So wurde der Zwickauer Bevölkerung in einer Zeitungsanzeige, in der die CDU gemeinsam mit der Linkspartei sowie der „AG Zwickau“ (Wählervereinigung) für die Streichung von zwei der fünf Beigeordnetenposten warb, mitgeteilt: „Diese drei Fraktionen vertreten (…) den überwiegenden politischen Willen und sind gemeinsam in der Lage, diesen in Beschlüsse münden zu lassen.“ (Wochenspiegel, 23.4.2008, FAZ, 10.6.2008). In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski.