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Dienstag, 3. März 2009

Unfassbar gutes Essay zum "Gucci-Kapitalismus" im Handelsblatt

Noreena Hertz, Professorin für Globalisierung an der Rotterdam School of Management, hat im Handelsblatt ein unfassbar gutes Essay zum Ende des "Gucci-Kapitalismus" veröffentlicht:
Fünftens und letztens: Wir sehen nicht nur auf Regierungsebene Anzeichen einer stärkeren Zusammenarbeit. Die Annahme des Gucci-Kapitalismus, alle Menschen seien egoistisch, super-individualistisch und nur damit beschäftigt, ihren eigenen Reichtum zu maximieren, stellt sich mehr und mehr als eine fehlerhafte Hypothese der Mainstream-Ökonomen heraus. Es ist wahr, in den letzten beiden Jahrzehnten gab es eine wachsende Fixierung auf materielle Werte. Aber das war wohl mehr eine Frage der Einstellung als eine der menschlichen Natur. Soziologische Studien zeigen, dass Angehörige armer Gesellschaften eher miteinander teilen.

Es ist wahr: der Mensch ist nicht von Natur aus Egoist. Im Gegenteil: Menschen brauchen Gemeinschaft, brauchen Zusammenhalt. Wollen gemeinsam arbeiten, nicht gegen einander.

Wenn die SPD im Wahlkampf dies alles zur Sprache bringt, dann ist mir nicht bange.

PS: Christian Wulff von der CDU hat die Zeichen der Zeit ebenfalls erkannt und fordert, dass Vorstände und Aufsichtsräte der Versager-Banken wie der Hypo Real Estate mit ihrem Privatvermögen haften müssen. Er hat völlig Recht.