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Dortmund: Steffen Kanitz und das Internet

WAZ, via Pottblog: Die Dortmunder CDU hat einen parteiinternen Rekord aufgestellt: Mit Steffen Kanitz hat sie ab sofort den nach eigenen Angaben jüngsten Kreisverbandsvorsitzenden in ganz Deutschland. Gerade mal 25 Jahre alt ist Kanitz und neigt eher zu Jamaika als zu Schwarz-Rot. Kanitz war Bundestagskandidat der CDU. Auf seiner Website wird man freundlich begrüßt: Nun ist es endlich soweit! Der Bundestagswahlkampf hat begonnen und pünktlich ist meine Homepage online gegangen! Bitte nutzen Sie meine Homepage als Informationsplattform. Ich versuche Ihnen über meine politischen Ziele und Vorstellungen, aber auch über meine Leitbilder des politischen Handelns Auskunft zu geben. Jemand sollte seinem Webmaster mitteilen, dass der Wahlkampf vorbei ist. Und dass man Websites regelmäßig pflegen muss. Bei Twitter ist er unter @steffenkanitz auch zu finden: der neue Chef der Dortmunder CDU hat ganze 73 Follower. Außerdem wird er auf exakt 0 Listen geführt und folgt genau einer (!) Person. Twitter-Kompetenz geht anders. Natürlich darf MeinVZ nicht fehlen, allerdings ist dort nur HTML-Quelltext zu entdecken: Der YouTube-Kanal ist mit genau einem Video bestückt, das immerhin 682 mal aufgerufen wurde. Via Facebook erfährt man, dass Kanitz verlobt und Fan der Bertelsmann-Stiftung ist. Der obligatorische Flickr-Basis-Account (Pro-Account mit Statistiken und derlei "unnötigem Kram" ist anscheinend Geldverschwendung) kann 29 Elemente vorweisen. Überaus schwach für einen kompletten Bundestagswahlkampf. Auf dem Portal wahl.de ist sein Flickr-Account und sein YouTube-Kanal nicht erwähnt. Vermutlich kennen er und sein Team wahl.de nicht. Sein Dialogportal dortmund2020.de bringt es auf genau einen (!) User-Kommentar. Mein Tipp: abschalten, das ist peinlich. Wenn die Dortmunder CDU so in die Zukunft starten will, dann braucht sich die Dortmunder SPD wirklich keine Sorgen zu machen.

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Totale und geschützte Freiheit: GPL und BSD

Der Platzhirsch unter den Freie-Software-Lizenzen ist die GPL, die GNU General Public Licence. Sie wurde hauptsächtlich von Richard Stallman geschrieben, dem Gründer des GNU-Projekts, und kann ohne Übertreibung als „größter Hack in der Geschichte des Urheberrechts“ bezeichnet werden.

Die GPL hat das Ziel, so viel Software wie möglich zu Freier Software zu machen; die Entscheidung, die GPL zu verwenden, ist somit auch immer ein Stück weit ideologisch motiviert. Im Gegensatz zur GPL haben BSD-artige Lizenzen kein Copyleft; dies bedeutet, dass davon abgeleitete Software nicht unter der gleichen Lizenz stehen muss. GPL-geschützte Software hingegen macht jegliches Programm, das auf GPL-Quelltext zurückgreift, ebenfalls zu GPL-Software. Diese Eigenschaft wird von Microsoft gerne als „virusartig“ und Linux als „Krebsgeschwür“ beschrieben. Im Grunde genommen die übliche Mircosoft’sche FUD-Politik, die das Ziel hat, gezielt Fehlinformationen zu verstreuen und potenzielle Nutzer abzuschrecken. E…

Zur Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei

Weil gerade auf Twitter einige CDU-Nachwuchspolitiker vor Kraft kaum mehr laufen können und rumproleten, dass es niemals auch nur irgendeine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linkspartei gäbe, erlaube ich mir, auf einen schon etwas älteren Blog-Eintrag von Michael Neumann hinzuweisen:
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In Cottbus kandidierte im Oktober 2006 der CDU-Politiker Holger Kelch unter dem Dach eines Wahlbündnisses mit der damaligen Linkspartei.PDS für das Amt des Oberbürgermeisters. Er verlor zwar gegen den Kandidaten der SPD, Frank Szymanski. D…

BADABOOM!